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Den Smile-IT Blog gibt’s jetzt auch auf Deutsch – mit Beiträgen zu den brennenden Innovationsthemen unserer Zeit. Alles rund um soziale Netzwerke, dem Internet der Dinge, “Digital Business”, der Verbindung von Mensch und Internet, Datenvielfalt, Datenmengen, dem Umgang damit, … und den Technologien dahinter!

Schi 4.0

{feature image (C) “Loop21 Mobile Net GmbH” – gefunden auf futurezone.at}

 

Dieser Tage eine Schlagzeile: “WLAN auf der Schipiste wird zum Standard“. Der Artikel erklärt weiter, dass das WLAN besonders in der Mittagszeit genutzt würde (hoffentlich von jenen abseits der Piste, denk ich mir noch) und dass die Frage nach dem WLAN meist die erste beim Betreten einer Hütte wäre. Ein unmittelbarer Realitycheck bei den Kids bringt hervor: Jaja – das kennen wir schon lang!

Kurz überlege ich mir: Mit dem Handy in der Hand auf zwei Brettern den Berg runtersausen (Anm.: Ich bin kein Schifahrer) – interessant. Könnte cool aussehen und sich schmerzhaft anfühlen – mitunter. Man müsste Helmvisiere mit Dateneinblendung haben (gibt’s ja bereits fürs Motorrad). Da lese ich schon: “Skiwelt amadé lockt mit Datenbrille zum Ausborgen.” – Also auch schon alt.

Trotzdem: Ein paar Probleme – abseits einer gewissen Kollisionsgefahr beim beliebten Downhill Race Livestream – bleiben doch. Die könnte man eliminieren:

  • Strom: Die Hütten und Liftsäulen haben zwar jetzt alle ihre ordentliche WLAN-Abdeckung, haben aber wohl vielfach zum Aufrüsten ihrer Steckdosen vergessen. Wenn etwa 500 ausgehungerte Schifahrer zu Mittag essen, trinken, sich sonnen und mit den Freunden snapchaten wollen, dann brauchen wir Steckdosensäulen bei jedem Tisch. Oder …
  • Das Hochleistungs-Akkupack in der Tasche. Oder noch besser: In die Schijacke verbaut. Am Rücken einer mittelgroßen Jacke gehen sich so 5 – 7 LiPo-Zellen locker aus (auf die feuersichere Verbauung achten).
  • Alternativ wäre die Verbauung von Solarzellen im Schulterbereich des Anoraks denkbar. Ein kleines Zimo-Panel bringt angeblich etwa 5-6V. Bei gutem Schiwetter wohl ausreichend, um ein bisschen Surfen, Route Checken oder Chatten auf der Schipiste zu ermöglichen, bis Zeit für einen Stop und den nächsten Schnelladevorgang ist.
  • Der könnte sich übrigens mit USB-Ladestationen auf längeren Sesselliftfahrten ausgehen.
  • Nachts will dann das ganze Zeug ordentlich für den nächsten Tag vorbereitet werden, weshalb auch die Hotelleriebetriebe gut daran tun, ausreichend Steckdosen in den Zimmern vorzusehen (ich reise ja mittlerweile mit dem persönlichen Dreifach-Stromverteiler auf Grund dieses immer virulenter werdenden Problems)
  • Routenplanung: In kurzer Zeit möglichst viel des auserkorenen Urlaubs-Schigebiets kennen zu lernen hat schon seinen Sinn, finde ich, weshalb die Gebietsbetreuer gut daran täten, entweder in der eigenen App oder auf deren Website optimierte Schischaukel-Tagesrouten anzubieten. Inklusive wählbaren Schwierigkeitsgrades, Starring (“like” – möchte ich nochmal fahren – …) und natürlich der Sharing-Möglichkeit mit Freunden (wozu sonst Online-Sein; “ich bin hier; wo bist du gerade”).
  • Die Routenanweisungen werden dann per Bluetooth-Lautsprecher in den Helm durchgegeben, wenn nicht grade das Lieblingslied läuft (gibt’s schon – ich weiß; “Warte, Schatz, ich muss erst mein Handy rausnehmen und die Musik abschalten, damit ich dich verstehen kann.”)
  • Selbstredend blenden die Hütten- und Attraktionen-Betreiber entlang der Strecke per iBeacons an den Liftsäulen und Bäumen den p.t. Schigästen die besten tagesaktuellen Angebote abhängig von deren Vorlieben ins Helmvisier ein – das nur zum Drüberstreuen.
  • Und wenn ich dann von der Bergstation aus mein Mittagsmenü per Voice-Command bestelle, bekomme ich 10% Rabatt und einen Jagatee extra.

Zugegeben: Mein letztes Mal auf Brettern im Schnee liegt doch wohl schon so etwa 5 Jahre zurück (wenn nicht mehr). Der Test all dieser IoT Errungenschaften macht allerdings schon irgendwie Lust … Vielleicht stell ich mich in den kommenden Wiener Semesterferien wieder mal auf eine Schipiste und schau mir an, was von all dem schon geht. Um dann vielleicht festzustellen, dass die 4G-Abdeckung bereits so breit ist, dass das eingangs noch als Alleinstellungsmerkmal vermutete WLAN bald schon wieder völlig wurscht sein wird.

P.S.: Am Realitätscheck passionierter Schifahrer wäre ich übrigens brennend interessiert … bitte hinterlasst mir doch einen Kommentar hier. Danke!

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Nach der Cloud: Was kommt jetzt?

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Transkript meiner Keynote zum Post-Cloudalen Zeitalter. Slides hier zum Download.

Haben Sie sich schon immer mal gefragt, wo die Cloud begraben liegt? Bittesehr! Hier ist sie 😉

Cloud-Grave

This is where the Cloud is burried!

Ich habe mich ja schon in einigen Publikationen mit der Sinnlosigkeit auseinandergesetzt, Cloud Computing zu diskutieren – nicht, weil die Cloud tatsächlich tot wäre (einen Talk damals im Jahr 2014 damit zu beginnen, war schon etwas – nunja – “frech”), sondern weil sie so allgegenwärtig ist, wie das Internet ansich – darüber diskutieren wir ja auch nicht mehr. Aber sehen wir uns die Geschichte einmal etwas genauer an:

Cloud Timeline 2016

Wussten Sie, dass Cloud Computing eigentlich auf das Jahr 1999 zurück geht? Damals wurde Salesforce gegründet – und hat mit Guerilla-Marketing die traditionelle CRM Szene ordentlich aufgemischt; der Erfolg gibt ihnen, denke ich, heute recht. In den Jahren danach wurde es dann doch erstmal etwas ruhiger – eine Zeit lang; doch ab etwa 2006 schossen Cloud Anbieter aus dem Nichts mit damals wohl noch ungeahnter Geschwindigkeit in die Höhe.

Heute diskutieren wir nicht mehr, ob es die Cloud gibt, sondern wie wir sie in unsere IT Strategie bestmöglich integrieren, welche Services wir sinnvoll nutzen können oder wie wir multiple Services und unser on-premise Rechenzentrum miteinander verbinden und effizient managen (RightScale hat da übrigens einen sehr vielversprechenden Ansatz mit deren Cloud Management Plattform). Und während man früher Logo-Landkarten für COTS (Commercial Off The Shelf) herzeigen konnte, zeigt man sie jetzt – wie hier – für z.B. SaaS.

Cloud-SaaS-Logos

SaaS Logos

Ich möchte noch einmal einen Schritt zurück gehen – auf die sattsam bekannte NIST Special Publication 800-145 – die Definition von Cloud Computing.

Cloud Computing: 5 essential characteristics

Cloud Computing: 5 essential characteristics

Dort lauten – wie im Bild oben dargelegt – die 5 essentiellen Charakteristiken einer Cloud:

  • On-demand self-service: Ich bekomme also etwas genau dann, wenn ich es brauche, und dann sofort
  • Broad network access: Ich erreiche den Service mittels eines hoch-performanten Netzwerkes – wir sprechen hier von der Provider-Anbindung, nicht notwendigerweise von meinem Mobil-Telefon in den Bergen
  • Resource pooling: Die Ressourcen der Cloud sind derart gemanaged, dass ein effizientes Miteinander mehrerer Konsumenten der Cloud möglich ist, und jeder immer das bekommt, was er gerade benötigt
  • Rapid elasticity: Dadurch sind Services so effizient skalierbar, dass sie sich elastisch an den Bedarf anpassen
  • Measured: Jeder Konsum eines Services wird exakt gemessen und der Konsum nachvollziehbar dem Nutzer berichtet

Sollten Sie in Ihrem Rechenzentrum – in Ihrer IT – ein Service haben, das die Geschäftsprozesse Ihres Unternehmens nach diesen Gesichtspunkten abbildet, dann haben Sie de facto eine Cloud. Überlegen Sie an dieser Stelle kurz: Haben Sie eine Cloud? Haben Sie ein Cloud Service? Mehrere? Woher? Selbst gebaut? Integriert? … ?

Wir brauchen über die Existenz von Cloud Computing in allen unseren Geschäftsanwendung nicht mehr sprechen (Sie würden sich übrigens wundern, welche Firmen in Österreich beispielsweise vom eigenen Exchange-Server bereits auf Office365 gewechselt sind …)

Reden wir also darüber, was nun auf uns zukommt!

Und da haben Analysten schon vor Jahren – etwa 2013 beginnend – Modelle vorgestellt, die die Cloud in einen größeren Gesamtzusammenhang setzen. Bei IDC hieß das Konzept “The Third Platform” – bei Gartner hieß es “The Nexus of Forces”.

The 3rd Platform (Source: IDC)

The 3rd Platform (Source: IDC)

Es gibt bestimmt noch andere. Eines ist allen diesen Konzepten gemeinsam: Sie postulieren die nächste Evolution in der IT und erklären diese durch das Zusammenwirken von 4 Kräften:

  • Cloud Computing
  • Mobility
  • Social Business / Social Media
  • und BigData/Analytics

Während das alles durchaus korrekt sein mag, glaube ich doch, dass diese Konzepte allesamt einen originären Fehler haben: Cloud Computing ist nicht Teil des Ganzen sondern die inherente Basis des gesamten Modells:

Cloud Computing as a basis to the 3rd Platform

Cloud Computing as a basis to the 3rd Platform

Lassen Sie mich an Hand der anderen drei Paradigmen ausführen, warum das so ist.

1: Social Transformation

Social Transformation - from Profiles to Data Feeds

Social Transformation – from Profiles to Data Feeds

Das Bild oben zeigt wie Facebook 2005 und 2011 ausgesehen hat und wie es heute aussieht. Sie sehen, dass der Fokus am Beginn auf dem Benutzer und dessen Profil, dessen Eigenschaften, dessen Vorlieben lag. Mark Zuckerberg wollte ursprünglich einfach die ganze Welt miteinander verbinden. Dass sich so eine bahnbrechende Idee – wenn sie funktioniert – natürlich perfekt durch Werbung auf der betreffenden Plattform finanzieren lässt, liegt auf der Hand (2011 schon deutlich sichtbar). Heute können Sie viel mehr mit dem sozialen Netzwerk und Ihren eigenen Informationen tun: Sie können sie zu zielgerichteter Information für andere Systeme oder Gruppen von Menschen nutzbar machen: Wenn 1000 Menschen an einer sonst flüssig befahrbaren Verkehrsader jammern, dass sie im Stau stehen, wird das wohl stimmen, und es lässt sich unter Umständen aus den “Social Feeds” der Autofahrer ableiten, was auf der betreffenden Strecke gerade schief läuft.

Und wo ist hier die Cloud? Unter der Plattform “Facebook” selbst, die in einem streng nach Cloud-Elastizitäts-Merkmalen aufgebauten Rechenzentrum läuft, sowie in angeschlossenen Data Lakes, die in der Lage sind, nicht nur derartige Informationen in großem Maß aufzunehmen, sondern eben auch in entsprechend kurzer Zeit auszuwerten.

Womit wir beim Thema …

2: Data Transformation

angelangt wären. Dazu – wie schon bereits in meinem mittlerweile doch schon ein paar Monate alten Whitepaper “The Next Big Thing” ausgeführt – die meiner Meinung nach bislang beste Definition von BigData:

“BigData summarizes the legal, social, technology, application and business dimension of the fact that through applications being consumed … a vast amount of information is generated and needs to be managed and efficiently used”

Ich habe zur Vereinfachung des Prinzips und seiner Auswirkungen versucht, auf einen Blick darzustellen, wie zukünftig mit Daten umzugehen ist:

BigData Transformation - from ETL to ELT

BigData Transformation – from ETL to ELT

Machen Sie sich keine Gedanken mehr am Beginn, was Sie am Ende mit den Daten anfangen wollen; sehen Sie, dass Sie der Daten habhaft werden, die sie für Ihr Geschäft benötigen könnten. In welcher Form (in welchem “Format”) auch immer. Eine Transformation zum Zwecke intelligenter Verknüpfung und Auswertung kann später folgen. Wir haben das früher so nicht gemacht, weil wir garnicht die Rechenleistungen bereit stellen hätten können, die nötig sind, um verschieden vorliegende Daten in Echtzeit zu konsolidieren und zu aggregieren. Und selbst ohne diese Fähigkeit waren unsere DWH-Systeme mitunter unwartbare Moloche, oder?

Die Cloud als Basis einer modernen BigData Architektur erlaubt die Elastizität und ad-hoc Rechenleistung, wenn sie zu Analyse-Zwecken benötigt wird.

Übrigens: Das bedeutet keineswegs, dass Sie sich gar keine Gedanken machen sollen, was Sie mit den mühevoll gesammelten Daten anfangen können – ich glaube sogar, dass diese Überlegung essentiell ist, um BigData strategisch effizient zu nutzen; ich glaube nur, dass diese Überlegung nicht mehr am Anfang stehen muss. Und dass dem so ist, ermöglicht uns Cloud Computing.

3: Mobile Transformation

Das ist einfach. Dazu reichen die folgenden beiden Bilder:

Old Mobile Phone

A very old mobile phone – some years maybe …

 

Mobile Payment - Mobile Banking

Mobile Payment – Mobile Banking

Zuerst ein Handy, das manche vielleicht noch kennen (es ist, sagen wir, etwa 10 Jahre alt, vielleicht ein bisschen mehr) – dann ein “etwas” Neueres mit implantierter Bankomatkarte (geht in Österreich seit Anfang Juni). Wo da die Cloud ist? Unter dem AppStore für die benötigten Mobile Apps, unter den Backend-Systemen für die Verknüpfung von Services, unter den Services selbst, die in Container-Technologie elastisch auf Benutzeranforderungen reagieren, …

Sie sehen also, Cloud Computing ist nicht eine “Force” in einem “Nexus”, sondern die Basis-Technologie schlechthin, die ein Zusammenwirken der anderen 3 Kräfte im 3rd-Platform-Modell überhaupt erst möglich macht.

Und was durch dieses Zusammenwirken erst möglich wird, lässt sich immer noch am Besten durch den Begriff

“Digital Business”

beschreiben. Ich möchte mich hier gar nicht mehr lang mit Begrifflichkeiten aufhalten (im oben erwähnten White Paper gibt es dazu bereits einiges nachzulesen, und über die Zeit haben sich – wie immer bei solch hochveränderlichen, innovativen Themen – Myriaden von “gscheiten” Menschen damit aufgehalten, was wie genannt werden darf oder muss (erinnern Sie sich nur an die viel-zitierte Behauptung, Industrie 4.0 dürfe nur in der deutschen Sprache verwendet werden, weil es eine Digitalisierungs-Initiative Deutschlands wäre).

Entscheidend ist nicht die Begrifflichkeit sondern das, worum es eigentlich geht: Eine Verbindung von Menschen, Systemen und Endgeräten (Dingen, Devices, Gadgets, …). Sich vor Augen zu führen, welche Möglichkeiten diese Verbindung, wenn intelligent umgesetzt, für uns bringt, bringt Digitalisierung überhaupt erst in Bewegung. In unsern Köpfen, unseren Innovationen – letztlich in unseren Unternehmen und im täglichen Leben.

Im Whitepaper “The Next Big Thing” erzähle ich am Ende ein paar kleine Geschichten; Szenarien, die illustrieren, was durch Digitale Transformation denkbar wird. Mittlerweile sind wir viel weiter als in diesen Geschichten. Teilweise sind die skizzierten Szenarien Realität, teilweise sind ganz neue Szenarien entstanden.

Connected Cars – Ist das heute Realität?

BMW-connected

BMW (2014) with connected-car information panel

Vielleicht noch nicht überall. Aber das hier gezeigte Bild entstammt einem Artikel aus 2014. Heute haben alle modernen Fahrzeuge eine In-Vehicle-Plattform, die es ermöglicht, von außen Informationen in das Fahrzeug einzuspielen. An der Nutzbarmachung dieser Möglichkeit für den modernen Verkehr wird gerade gearbeitet.

Oder SmartCity?

Sanatander ist eine von vielen Städten rund um den Erdball, in dem Digitalisierung und die Digitale Transformation Realität geworden sind. Während jedoch beispielsweise in Amsterdam auf der “Beacon Mile” gerade mal ein paar Information an vorbei”gehende” Smartphones verteilt werden können, hat Santander sein gesamtes City Management – von öffentlichem Verkehr, über Taxi, Luftqualität, Beleuchtung, Müllabfuhr, … und vieles mehr auf Digitalisierungs-Paradigmen im oben erwähnten Sinne (Mensch – System – Device) umgestellt. Hier ein Film, der die disruptive Veränderung dieser Initiative für Santander näher erklärt:

Und im Hintergrund arbeitet eine Infrastructure Cloud, die die Integration all dieser Prozesse ermöglicht.

Übrigens: 2 Beispiele aus Wien:

  1. Die SmartCity Strategie der Stadt Wien verfolgt genau die selben Ziele wie Santander
  2. Und in Wien Neubau arbeitet ein Unternehmen gemeinsam mit der Stadt an einer in Kürze produktiv gehenden Multi-Mobilitäts-App, die es ermöglicht, aus mehreren Verkehrsangeboten das für die jeweilige Route beste zu wählen. Können Sie heute bereits als Labor-App nutzen. Laden Sie sich’s einfach vom AppStore runter; sie heißt “WienMobil LAB”.

 

Und wo ist die Cloud jetzt?

Broadband Affordability 2014

Cost of Broadband Subscription as a Percentage of Average Yearly Income, 2014

Allgemein werden für all diese Digitalen Transformationen 4 Treiber genannt:

  • Breit verfügbare Internet-Verbindung (siehe Bild, oben)
  • Hohe Akzeptanz des Mobil-Telefons, eigentlich des Smartphones
  • Niedrige Kosten von Sensoren
  • Und in großem Maß verfügbare Rechenleistung

Da letzteres (nämlich: Rechenleistung) selbstredend in einem Cloud-Modell bereit gestellt wird, beantwortet sich die Frage nach der Allgegenwärtigkeit von Cloud Computing eigentlich von selbst, oder?

Security & Privacy

Security - Privacy - Control - Multi Tenancy

Security – Privacy – Control – Multi Tenancy

Abschließend noch zwei Wort an alle, die die Digitale Transformation als (persönliche oder unternehmerische) Gefahr empfinden: “Vergessen Sie’s!”

Warum?

Nun – lassen Sie mich das mit einer kleinen Geschichte aus den Anfangszeiten von Cloud Computing in Mitteleuropa beantworten: Im Jahr 2009 war ich zu einer Konferenz als Speaker eingeladen, in welcher Microsoft und Siemens die Potentiale von Cloud Computing gemeinsam zum Thema gemacht und diskutiert haben; damals hat ein sonst großartiger Kollege von Microsoft Multi-Mandanten-Fähigkeit leichtfertiger Weise mit Datensicherheit und Verschlüsselung verwechselt. Ohne den Irrtum auszubügeln, schlitterte sein Talk in eine Diskussion um die Unmöglichkeit, Cloud im Industrie-Bereich anzuwenden, weil es doch unmöglich sei, die eigene Unternehmens-IP vor der Konkurrenz zu schützen. Diese Art der Diskussion blieb uns über Jahre auf einschlägigen Events erhalten. Hat sie die Cloud aufhalten können? Nein.

Wenn Sie möchten, diskutieren wir gerne in weiterer Folge die Elemente

  • Sicherheit
  • Privatsphäre
  • Daten-Kontrolle
  • und Multi-Mandanten-Fähigkeit

Doch tun wir es bitte auf inkludierender Basis. Schließen wir neue Chancen, neue Dienstleistungen, Alltagserleichterungen nicht aus, weil wir Angst vor einer Verletzung obiger Werte haben, sondern schließen wir diese oben genannten Überlegungen mit ein in die Möglichkeiten, die sich uns auftun – und tun wir das auf Basis der Forderung nach größerer Transparenz!

Wenn ich weiß, was von wem wofür mit meinen Daten gemacht wird, dann werde ich sie gerne – kontrolliert – bereit stellen; weil ich nämlich dadurch einen Vorteil erfahre – in meinen eigenen Prozessen, in meinem eigenen beruflichen und privaten Alltag!

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Mein Passwort

Innerhalb weniger Stunden – 2 Hacker-Fälle in meinem Freundeskreis. In beiden Fällen – vermutet! – ein zu einfaches Passwort.

In beiden Fällen habe ich den Betroffenen mit einem (mir wenig epochal erscheinenden) Tip unter die Arme gegriffen. In beiden Fällen waren die Betroffenen sehr dankbar dafür. Und daher schreib ich den Tip nun auf, damit ich in Zukunft nur noch den Link versenden muss 😉

Sicheres Passwort ohne Passwort-Safe

Wenn Sie jemand sind, der ein Tool zur Verwaltung der vielen verschiedenen Passwörter, die man so braucht, verwendet, dann endet dieser Artikel für Sie hier. Ich war aus mir unerfindlichen Gründen nie ein Fan von derartigen Tools (und habe keinerlei Wertung dafür).

Mein System kommt ohne Password-Safe aus. Es basiert auf dem Prinzip, dass Passwörter nicht kompliziert sein müssen. Sie müssen nur

  • ausreichend variantenreich sein, um nicht erraten werden zu können
  • kurz genug sein, um es beim Tippen einfach zu haben
  • und leider – auf Grund dummer Passwortregeln diverser Plattformen – immer auch ein paar Zahlen oder Sonderzeichen enthalten, damit sie akzeptiert werden

Daraus ergeben sich nun zwei simple Möglichkeiten:

  1. Wählen Sie Ihren Lieblingssatz. Eine Aussage, die Sie inspiriert, die Sie nie vergessen würden, die etwas Besonderes für Sie birgt (beschränken Sie’s wenn möglich auf 6-8 Wörter). Schreiben Sie sie nieder in der Schreibweise, die Ihnen angenehm ist (den Zettel werfen Sie später weg ;)). Nun nehmen Sie die Anfangsbuchstaben der Wörter des Satzes; alle in der korrekten Schreibweise (in aller Regel haben Sie nun ein Gemisch aus großen und kleinen Anfangsbuchstaben).
  2. Wählen Sie Ihr Lieblingswort. Einfach ein Wort, an das Sie sich immer ganz von selbst erinnern würden.

Mit beiden Varianten erhalten Sie am Ende einen Buchstabensalat, den niemand außer Ihnen weiß.

Und jetzt die Ziffern

An irgendeiner Stelle in dem Buchstabensalat müssen Sie nun eine Ziffernkombination einfügen, die Sie sich eben so leicht merken können, wie den Buchstabensalat (z.B: das Geburtsdatum Ihres Ameisenbären). Wenig Erinnerungsvermögen erfordert das Einfügen am Beginn oder am Ende. In der Mitte geht dann gut, wenn das Wort oder der Satz eine natürliche, leicht zu merkende Bruchstelle hat (z.B. “CISV inspires action -Bruchstelle- for a more just and peaceful World”).

Sonderzeichen

Manch ein System verlangt leider, dass ein Passwort auch Sonderzeichen enthält (also z.B. ! $%&[?). Wären Computer benutzende Menschen von Anfang an dieser Anleitung hier gefolgt, würden wir uns das ersparen, denn dann wüssten Programmierer, dass niemand z.B. “abcdefg” oder “qweasd” als Passwort benutzte. Nachdem es immer noch derartige Kreationen gibt, müssen Systeme leider nach wie vor ein wenig mehr Sicherheit verlangen. Wenn Sie also dazu genötigt werden, ein Sonderzeichen in Ihrem Passwort zu verwenden, dann tauschen Sie einfach z.B. alle Vorkommen von “1” gegen ein “!” aus. Fertig,

Variantenreich

Bis hier her ist unser Passwort zwar schwer erratbar; wir verwenden aber leider immer noch ein und das selbe Passwort für alle Systeme, für welche wir eines brauchen.

Das können wir ändern (dank @katharinakanns, der ich diesen Teil des Tips verdanke): Jede Plattform (z.B. Internet-Seite, Online-Shop, Kunden-Portal, eMail-System, …) hat eine Adresse; normalerweise eine Internet-Adresse oder URL (z.B.: www.amazon.de). Wir picken uns aus dieser Adresse einen Buchstaben heraus:

  • den ersten (einfach)
  • den letzten (auch nicht gerade “rocket-science”)
  • den 4. (weil wir 4 Kinder haben z.B.)
  • oder irgendeinen anderen

Im Beispiel oben wäre das das “z” – das “www.” lassen wir weg  (Groß- oder Kleinschreibung dürfen Sie entscheiden – nur, bitte: bleiben Sie dabei!). Den Buchtaben (es dürfen natürlich auch gern zwei sein) fügen wir an einer geeigneten Stelle ein – und damit ist das Passwort-Unikat fertig!

Beispiel

Nehmen wir an, wir wären absolut begeistert von der Kinder- und Jugendlichen-Organisation “CISV” (falls Sie wissen möchten, was das ist – hier gibt es ein paar Informationen: http://www.cisv.org). Daraus ergäbe sich folgendes Passwort-Beispiel:

  • Leitsatz: Building global Friendship
  • Buchstaben: BgF
  • Ziffern – das Gründungsjahr von CISV: 1951
  • Buchstabe der jeweiligen Webadresse: letzter
  • Stelle im Passwort: Anfang

Das Passwort für AMAZON.DE wäre daher also: n1951BgF oder n!951BgF

Und nun nennen Sie mir den BOT der da draufkommen soll …

Sie hingegen merken sich das durch die persönliche, emotionale Bindung vermutlich ewig! Auch ohne Tool …

 

{feature image courtesy of IDR-Welle}

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Student_in der Soziologie gesucht!

Nein – nicht, wofür du jetzt glaubst …

Sonntagnachmittag. Der gestrige Tag wurde von der Generation… (was sind die Damen und Herren jetzt eigentlich; für “Z” sind die doch auch schon zu jung, oder?) … an den Computern verbracht. Leage-of-Legends, Minecraft, oder was das Internet halt sonst noch so an Spielen hergibt. In Konsequenz dessen gab es heute also einen “Frische Luft”-Zwang-Tag. Weitestgehend Internet-frei (außer zur Navigation am Stadtwanderweg Nr. 4) und ohne der Chance, dem mit einem vagen “ich treff mich später noch mit Freunden; ich bleib da” auszuweichen.

Der Drittgeborene (14) schaffte es dann doch noch erfolgreich, sich vorzeitig vom gemeinschaftlichen Ausflug zu verabschieden. Hätte er sein Smartphone etwas selbstsicherer als Navigator zu verwenden vermocht, wäre ihm das lange vor dem Anstieg an den höchsten Punkt des Satzberges gelungen.

Mich stimmen derartige Situationen zweifach – völlig konträr zueinander – arg nachdenklich:

  1. Was ist so schlimm am Rausgehen?
  2. Warum ist ein Smartphone für einen 14-jährigen immer noch nur ein Tipp-o-phon?

Im Volksschulalter

waren mein Bruder und ich mit 3 Kindern aus der Siedlung befreundet. Unsere Eltern trennten streng in Schulgewand und Alltagsgewand. Deshalb hielt uns nach den Hausaufgaben noch das für uns überaus lästige Umziehen vom Treffen mit den geliebten Freizeitkumpanen ab. Wir haben damals Lokal-Geschichte geschrieben auf unseren Ausflügen in die dörfischen Umlande. Der Beweis unserer kindlichen Kraft, in der Lage zu sein, ein Wehr zu öffnen, endete für den örtlichen Forellenzüchter mit dem Verlust seines Fischschwarms – sehr zum Leidwesen unserer Eltern, die das entschuldigen mussten. Dass wir danach was zu hören bekamen, verstand sich von selbst. Tags darauf waren wir dennoch wieder draußen.

Gut – mag man einwenden: Damals gab es weder Computer (zumindest nicht im privaten Haushalt) noch Smartphones. Aber es gab Bücher. Fernsehen (hie und da). Matchbox-Autos, die man stundenlang unter dem Heizkörper in Reih und Glied aufstellen konnte, und Fußball-Sammelkarten. Gründe genug, das Haus nicht zu verlassen; und oft genug entschieden wir uns für sie. Uns rauszukriegen aus den eigenen vier Wänden war dennoch recht einfach und unsere Eltern hatten mehr Stress damit, was wir nun wieder anstellten, als damit, dass wir zu wenig oder zu spät selbständig werden würden.

Man mag auch einwenden, dass es wohl etwas leichter war, in der ländlichen Umgebung meiner Kindheitsheimat nicht verloren zu gehen, als in einer Großstadt. Ich meine hingegen, dieses vermeiden heute intelligente, hilfreiche Smartphone-Funktionen doch völlig ohne weiteres. Kinder lernen heute in dem Alter, in dem ich Fische unerlaubterweise in ihre Freiheit entließ, wie man ein Smartphone (zum Spielen) benutzt. Da könnte man doch annehmen, dass sie dann im gymnasialen Alter wissen, wie sie es dazu benutzen können, ihren frischluft-fanatischen Eltern zu entkommen.

Oder ist es vielmehr vielleicht so,

dass Eltern heutzutage die Computer-Verliebtheit ihrer Kleinen doch ein wenig genießen? Meint vielleicht manche Mutter, dass ein Nachmittag (10-12 Stunden) Strategiespielen am Kastl sicherer ist, als mit irgendwelchen Freunden, die man vielleicht garnicht so genau kennt, irgendwo in der Großstadt herumzuhängen?

Ein Teil meiner spärlichen Freizeit ist bekanntermaßen mit der Arbeit für eine mir aus zig-1000 Gründen lieb gewordene Organisation – http://www.cisv.org – gefüllt. Wir bieten Kindern ab dem Alter von 11 Jahren an, ihre Ferien mit Gleichaltrigen aus der ganzen Welt zu verbringen und zu lernen, wie die so leben. Für die 11jährigen dauert unser Programm 4 Wochen; das hat gute Gründe in der Zeit, die Kinder in dem Alter brauchen, um sich gegenseitig so richtig zu vertrauen. Wenn ich Eltern davon erzähle, höre und spüre ich die Begeisterung, die sie meinen Schilderungen entgegenbringen – bis zu dem Moment, an dem ich “4 Wochen” sage. Dann weiten sich oft genug die Augen mit Schrecken und es folgt eine Antwort à la “Nein, 4 Wochen – das ist für mein Kind viel zu lange! Das kann es noch nicht!”

Und wenn ich so über uns, über die Generation nach mir, über die nächste danach, … nachdenke, dann scheint es mir fast, als könnte man eine Rückwärtsbewegung des Abnabelns beobachten: Mir konnte es nicht früh und schnell genug von zu Hause weg gehen – sei es mit 11 auf den Feldweg oder zum Fischwehr oder dann mit 18 nach Wien. Unser Drittgeborener definiert soziale Interaktion über den Chat in League-of-Legends. Und wenn wir – was wir noch nie getan haben – dann doch mal das Internet abdrehten, dann sagt er, er verlöre alle seine Freunde.

Ich suche eine/n Soziolog*in,

die Interesse hat, das Phänomen Smartphone/Computer/Internetspiel im Zusammenhang mit dem Loslassen in der Kindererziehung zu untersuchen. Was verändert sich da? Haben diese Devices Einfluss auf den Freiheitsdrang unserer Kinder? Welchen? Und welchen haben sie einen auf das Sicherheitsdenken heutiger Eltern? Sind die vielleicht froh darüber, dass die lieben Kleinen lieber Zeit in ihrem hochsicheren, hochdigitalisierten Kinderzimmer als auf der Straße oder im Park verbringen?

Mich würde das wissenschaftlich interessieren? Ehrlich! Und ich biete hiermit Unterstützung an …! Ehrlich! Wer mag?

 

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5 Erkenntnisse zur Digitalisierung in Österreich

Nach langem wieder mal etwas Deutschsprachiges zum Thema “Digitalisierung” auf meinem Blog …

Gestern fand die Veranstaltung “Digitalisierung von Produktionsbetrieben” der Wirtschaftsagentur Wien gemeinsam mit dem Netzwerk “IoT-Austria” statt. Mein Antrieb, an der Veranstaltung teilzunehmen, entstand weniger aus einem konkreten Projektkontext, sondern weil ich neugierig war, was produzierende Betriebe in Österreich zum Thema zu sagen hatten (und wer überhaupt etwas sagen würde).

Spontaneindruck

Ein bunter Mix von Unternehmen unterschiedlicher Größe und völlig unterschiedlicher Produktportfolios (die Palette reichte von Steuergeräten der Fa. Tele Haase über die Schlösser der EVVA bis hin zum AIT mit UX oder LieberLieber mit dem Thema “Modellbasierte Softwareentwicklung”), dadurch ein bunter Mix von Blickwinkeln auf das Thema und ein übergroßes Interesse im Auditorium. Letzteres könnte man natürlich als Buzzword- und Hype-Interesse werten; mir ist die positivistische Interpretation, dass die Wirtschaft und Industrie in Österreich die Themen “IoT” und “Digitalisierung” in großem Stil annimmt, ehrlicherweise lieber …

Was blieb hängen?

In erster Linie vor allem die durchaus gute Qualität der Vorträge. Allesamt recht praxisnahe mit vielen konkreten Beispielen aus dem Alltäglichen des jeweiligen Unternehmens; kaum einmal eine Themenverfehlung und nur einmal aus meiner Wahrnehmung das “Weißwaschen” des eigenen Portfolios mit dem IoT-Begriff (es wäre ein Wunder, wenn nicht auch hier das passierte, was wir bei “Cloud” einige Jahre lang allerorts gesehen haben).

Die eigentlichen Aha-Erlebnisse allerdings waren:

1: Ein neues Anwenderbild

Sebastian Egger vom AIT machte dem Plenum bewusst, wo die Anwender der Digitalisierungswelle tatsächlich sind: In allen Gliedern der Wertschöpfungskette (und nicht am Ende beim Konsumenten des entstandenen Produktes). Prozesse verändern sich teilweise derart radikal, dass jeder einzelne Mitarbeiter in Zuliefer-Industrie, Produktion, Logistik, Endvertrieb, etc. radikal Neues vorfinden wird und damit einer Umstellung unterworfen ist. Wieviele werden dem gewachsen sein? Und welche der kommenden Digitalisierungslösungen kann sich effizient auf diese verschiedenen Anwendergruppen einstellen?

2: Das Alter, das Alter!

Produzierende Betriebe – wie z.B. Tele Haase – haben Innovation mit teilweise langjähriger, gutgängiger industrieller Substanz zu bewältigen. Produzierende Industriemaschinen haben Halbwertszeiten mehrerer Jahrzehnte. Man tauscht nicht so leicht und schnell aus wie man heutzutage Consumer-Elektronik, EDV oder “Dinge” tauscht. Damit geht schwierige Integrierbarkeit in eine innovative digitale Plattform automatisch einher. Auch der Wille zu radikaler Innovation – zur Neuschaffung der Digitalen Fabrik – kann da schon mal an “Banalitäten” wie der Nicht-Integrierbarkeit einer 20 Jahre alten Industrie-Maschine scheitern. Erfolgreiche IoT- und Industrie4.0-Plattformen werden dem in irgendeiner Form gerecht werden müssen.

3: KMUs haben in Österreich ein “Partnerschaftsproblem”

Gut – das mag eine radikale Übersetzung von Peter Liebers Aussage zu der Tatsache sein, dass er so gut wie keine Kunden in Österreich hat. Seine Analyse war jedenfalls, dass österreichische produzierende Betriebe (größtenteils klassische KMUs) ein Problem haben, mit Unternehmen kleiner 20 MitarbeiterInnen zusammen zu arbeiten. Auf Grund der Flexibilität und Dynamik derartiger Unternehmen ist allerdings gerade dort das nötige innovative Potential zu finden. Die Einzelperson – das Ein-Personen-Unternehmen – reagiert oft wesentlich wendiger und schneller auf Trends und Trendwechsel als größere Unternehmen mit meist schwerfälligeren Strukturen. Angst vor einem Verlust des Partners durch Verschwinden des Unternehmens? Nun – ein durchaus valides Argument; dem wäre allerdings die eigene Stagnation in der aktuellen Zeit des radikalen Wandels in Industriebetrieben entgegenzusetzen …

4: 1 Schloss – 16 Mio. Konfigurationen

Absolutes Highlight des Vormittags jedoch der Vortrag von Johann Notbauer von EVVA. Sein Vortrag spannte in gewisser Weise den Bogen über alle an diesem Vormittag behandelten Themen: Ein österreichisches Traditionsunternehmen, das mit langjährig erprobten mechanischen Schließlösungen einen deutlichen Platz am Weltmarkt einnimmt, das mit einem auf Nachgeschäft basierenden Geschäftsmodell den Hauptumsatz einfährt (Notbauer bemühte das Druckermodell als Vergleich für seine Schließsysteme: billiger Drucker gefolgt von teuren Patronen), das mit dem 4-blättrigen Magnetschlüsselsystem MCS 3D-Druck-kopiersichere Schlüssel am Markt hat, ist plötzlich konfrontiert mit

  • Software
  • Firmware
  • Software-Sicherheit
  • RFID
  • NFC

und vielen anderen noch nie zuvor im Unternehmen gesehenen Herausforderungen. Plus: Das oben zitierte Geschäftsmodell ist mit modernen Schließsystemen, die wesentlich seltenere System- oder Schlüssel-Wechsel nach sich ziehen, im Prinzip kannibalisiert. Kein anderer Vortrag an diesem Tag hat so unmissverständlich und klar deutlich gemacht, was Digitalisierung für ein Unternehmen eigentlich bedeutet und wie radikal man sich darauf einzustellen hat, wenn man reüssieren will.

Und die 16 Mio Konfigurationen aus der Überschrift stimmen wirklich – nur eben nicht mehr für digitale Schließsysteme …

5: Österreich hat ein IoT-Netzwerk

Last not least bleib aber vor allem eines an diesem Tag hängen: In Österreich gibt es bereits jetzt eine recht aktive Community von Menschen, die sich aus freien Stücken zusammengefunden haben, um der Digitalisierung und Industrie 4.0 in diesem Land auf die Beine zu helfen. Das Netzwerk “IoT-Austria” hat diesen Vormittag mit gestaltet, mit einem (zugegebenermaßen fast klassischen, die einschlägigen Themen bemühenden) Impulsvortrag eingeleitet und tritt als solider Mix von Technik-Fachexperten und strategischen Denkern in Erscheinung.

Noch ist das Potential an Unterstützung für die interessierte Industrie und Wirtschaft, das von diesem Netzwerk ausgehen kann, nicht ganz klar, aber die gestrige Veranstaltung zeigte, dass österreichische Unternehmen und vor allem “IoT-Austria” ganz offensichtlich auf einem guten Weg sind, der Digitalisierung in diesem Land auf die Sprünge zu helfen.

 

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#Digitalize 2015 – Standortbestimmung, ein wenig schmerzhaft

Im Feature-Bild oben finden sich nur einige Zitate aus der heute im Chaya Fuera über die Bühne gegangenen Konferenz “#Digitalize 2015“. Und ich wage hier ein Review der Veranstaltung, die für mich – dies gleich eingangs – erstaunlich dünn besucht war. Angenommen hatte ich ein übervolles Plenum mit Platzproblemen im eher kleinen Foyer – zu Beginn war der Saal halb voll. Gut – das änderte sich; dennoch blieb das Event kaum mehr als eine Standortbestimmung für die Digitale Branche in Österreich. Nichts exorbitant Richtungsweisendes, nichts epochal Neues – und dennoch: eine ausnehmend wichtige Standortbestimmung. Und damit neben den monatlichen Selbstbeweihräucherungs-Events der APA DBT Community und einigen unbeholfenen Versuchen kleinerer Netzwerke wohl das wichtigste Event zum allgemeinen Digitalisierungstrend in diesem Land.

Die Menge an Speakern, die Confare für diese Konferenz zusammengetrommelt hatte, konnte sich ebenso sehen lassen wie die Durchmischung der Themen. Zwar führte das leider auch zu Skurrilitäten – wie z.B. dem QS-Vortrag von ZT Dr.tech. Wolfgang Prentner, der SW-Qualität aus einer etwa 20 Jahre alten Sicht beleuchtete. Gleichzeitig bekamen wir auch wahrlich Erhellendes zu hören und sehen – derartig “forward thinking”, dass sich Österreich – klassischer “late follower” bei derartigen Themen – eigentlich richtig festhalten muss.

Besonders – und gleich vorweg hervorzuheben – der Vortrag von Eric-Jan Kaak (@claptonline), der mit dem Statement: “‘Industrie 4.0’ und ‘Internet der Dinge’ lösen nichts,  wenn sie in ‘Organisation 1.0’, verbunden mit ‘Arbeitsplatz 1.4’  im ‘Businessmodell 0.1 Beta’ stattfinden” vorgestellt wurde. Man konnte meinen, dieser Mann wäre einem meiner früheren Arbeitgeber entsprungen, so plastisch real hat er die Inkompatibilitäten herkömmlicher Organisationsmodelle mit dem Digitalisierungszeitalter beschrieben (ich frage mich, wie viele anwesende  Entscheider sich bei seinen Worten bei der Nase genommen haben). Ein paar seiner Kernaussagen sinngemäß widergegeben: “Das Management hat sich beim Thema Innovation seit Jahren eine großzügige Auszeit gegönnt.” – “Hierarchie – das kommt von hieros – gottgleich, göttlich – und arche – Herrschaft – also: Gottgleiche Herrschaft. Das Problem dabei: Damit landet der Kunde immer bei einem Menschen unterster Stufe, der in der Regel systemfrustriert ist.” – “Eine moderne Organisation – bereit für die Herausforderung des digitalen Zeitalters – muss sich von ‘reporting structure’ zu ‘supporting structure’ wandeln.” Ich kenne selbst genügend Unternehmen, die davon etwa so weit entfernt sind wie das 1. industrielle vom jetzigen Zeitalter. Und die werden in 5 – 10 Jahren gestorben sein – das meinte auch Eric-Jan Kaak.

Kaak firmierte als Keynote am Programm; zeitlich viel zu spät für meine Begriffe. Die anderen beiden  Keynotes waren ähnlich interessant, wenngleich nicht ganz so spannend. Michael Krammer, Ventocom Managing Partner und Telco Veteran, bemühte Vergleiche – durchaus interessante Vergleiche: Vor 10 Jahren war das meistverkaufte Auto ein VW Golf mit dem ersten serienmäßigen Tempomat; heute ebenso – mit ein paar neuen serienmäßigen Assistenten. Das Handy der Wahl war damals das Nokia 6230i – sensationelle 1.3MP Kamera, 64k Datenrate, 8MB Speicher – heute ist es ein iPhone. Viel erschütternder allerdings die von Krammer vorgebrachten Beispiele, wie 3-4 Kunden im richtigen Moment mit den richtigen social  postings ein Produkt oder eine Strategie beeinflussen können. Daher wäre – so seine Ausführungen – Fairness und Transparenz, gleichermaßen innerbetrieblich und nach außen, oberstes Gebot in einer innovativen zeitgemäßen Unternehmensstrategie.

Dr. Mervyn G. Maistry von Ernst&Young setzte in diesem Stil fort und legte endlich mal angreifbar dar, was das oft bemühte exponentielle Wachstum der fortschreitenden Digitalisierung tatsächlich bedeutet: Wären 30 Schritte linear betrachtet 30 Meter, so sind 30 exponentielle Schritte eine Entfernung von 26 Erdumrundungen. Seine Warnung an Unternehmen: “Do not do old things with new technology or old technology newly. Key to Digitalization is to do new things.”

Neben den Keynotes der wohl interessanteste Teil der Veranstaltung war eine doch recht ansehnliche Menge an Fallbeispielen – wenngleich nicht alle das Prädikat “disruptiv” verdienen würden. Beispielsweise fällt der Vortrag von Dr. Manfred Wöhrl und Walter Pürk zu “Digital Signage” – der Slot war mit “konkretem Umsetzungsbeispiel” angekündigt – für mich maximal unter “interessant”; wirklich innovativ wirkten die gebrachten Beispiele noch nicht – wiewohl Wöhrl wie immer spannend und lebendig vortrug.

Ganz anders Andreas Zilch von PAC, der mit dem Korneuburger Logistiker HAVI ein Unternehmen präsentierte, das sich durch Smart Analytics und Einführung von IT in herkömmliche “supply chain” Prozesse zu einem unverzichtbaren Dienstleister der McDonalds-Kette gemacht hat (übrigens gibt’s die Fallbeispiel-Sammlung von PAC derzeit noch zum freien Download unter dem Stichwort “Innovation Register“).

Und sonst: Jürgen Weiss, DigitizedRebels Consulting, bot eine wahrlich amüsante Schau zum Thema “Emotion im Verkauf” – hauptsächlich gestützt auf das Genre interaktiver Videos – spannend vor allem für den Retail-Bereich. Mark Winkler, braintribe, erzählte seine – zugegeben schon etwas angestaubte aber – immer noch beeindruckende Geschichte, wie das braintribe-Flaggschiff “Tribefire” Digitalisierung durch Daten-Konsolidierung und -Präsentation unterstützt. Der SAP Innovation Officer Dr. Carsten Linz berichtete von den disruptiven Prozessmodellen, die mit SAP HANA möglich werden (ich konnte seine disruptive Meinung nicht ganz teilen, wenngleich HANA mit Sicherheit eine solide zukunftsweisende Technologie ist). Und der Group CIO der OMV, Dipl.-Kfm. Marcus Frantz, erklärte, wie Digitalisierung mit einer doch eher traditionellen “large scale IT” verknüpfbar werden kann – vielleicht der für den Wandel, den in Österreich Industrie, Handel, … und damit natürlich auch die IKT-Branche durchmachen werden müssen, wichtigste Vortrag überhaupt an diesem Tag.

Dass der Ideengeber eines wirklich tollen StartUps – www.way2stage.com – hingegen lediglich Eric Riess runterbetete, war dann doch wieder ein wenig enttäuschend. Ich drück ihm trotzdem für die morgen anstehende Funding-Runde die Daumen!

Zu guter Letzt zwei Slots, die in einem vollständigen Review der #Digitalize nicht fehlen dürfen: Mag. Martin-Hannes Giesswein war so schnell wieder von der Bühne herunten, wie er nach der Pause plötzlich auf ihr stand: In den scharfen 10 Minuten seiner Präsentation hat er aber dem Plenum mehr mitgegeben als viele andere Speaker-Kollegen heute: In der Essenz die Botschaft: “Die Generation Y wird die Digitale Transformation vorantreiben; sie wird Umsetzer und Kunde zugleich sein. Wenn Führungskräfte in diesem Land ihr Unternehmen erfolgreich durch die Revolution führen wollen, dann müssen sie lernen, wie man eine Generation Y führt.”

Und dann noch Mag. Ulrike Huemer, CIO der Stadt Wien: Ich bleibe selten bei einer derartigen Konferenz wirklich bis zum Schluss. War es Kalkül der Veranstalter oder reiner Zufall? Was auch immer – Mag. Huemer verstand es nicht nur, die Zeit bis zum ersehnten Beginn der “Vienna Digital Night” (gleich im Anschluss an die #Digitalize on location programmiert) drastisch zu verkürzen – auch was sie berichtete – hauptsächlich mit welchen Projekten die Stadt Wien innovative und zukunftsweisende Veränderungen hin zu einer echten Smart City vorantreiben möchte – hat mir doch einiges an Bewunderung abgerungen. Nachzulesen in der www.digitaleagenda.wien – es lohnt sich.

Digitale Standortbestimmung, also – alles in allem war es das. Nicht mehr und nicht weniger. Dass der Standort Österreich – wie leider so oft – dem Standort “Welt” auch bei der Umsetzung wirklich sinnbringender, zielführender, innovativer Digital Business Ideen hinterherhinkt, hat den Anwensenden hoffentlich ein wenig zu denken gegeben. Denn obwohl es den Vorträgen ein wenig am roten Faden einerseits und den konkret angreifbaren, den “coolen”, den wirklich “digitalen”, Bespielen mangelte, so muss man Confare doch das Kompliment machen, dass die #Digitalize 2015 das erste Sinn bringende Event zum Thema war.

 

P.S.: Und als i-Tüpfelchen auf alles war es eine Freude, Josef Broukal endlich wieder einmal als Moderator eines derartigen Events erleben zu dürfen!

 

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So sollte Werbung sein

Ausnahmsweise Werbung am Blog:

A1 hat sich ein Quäntchen Hochachtung für Werbekreativität erwirkt – mit dem Titelblatt (eigentlich: dem Titel-Überblatt) zur Samstagsausgabe der Zeitung unseres Vertrauens. Das sah nämlich gestern so aus:

A1 Zeitungsseite - Informationen schein-verschlüsselt

A1 Zeitungsseite – Informationen schein-verschlüsselt

Und nach kurzem Erstaunen und kopfschüttelndem Umblättern fand sich auf der Innenseite das:

A1 Werbung "Datenverschlüsselung" - Die Innenseite

A1 Werbung “Datenverschlüsselung” – Die Innenseite

Gut gemacht, A1. So muss Werbung … sein. Gscheit und Aufmerksamkeit erregend.

 

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3 Gründe, warum es egal ist, was in den facebook AGBs steht

Da war er wieder – der 2-3 mal jährliche Aufschrei der Online-Gemeinde über die AGBs eines Sozialen Netzwerks. Nicht irgendeines Sozialen Netzwerks: DES Sozialen Netzwerks.

Facebook hatte seine “Allgemeinen Nutzungsbedingungen” wieder einmal überarbeitet und ich stolperte unvermeidbar über den diesbezüglichen Artikel der ORF futurezone (es gab bestimmt noch weitere).

Kurz darauf überschlugen sich Kritiker und Kalmierer und warfen sich gegenseitig vor, den falschen Umgang mit der nackten Tatsache der Änderung zu pflegen (erfrischend dabei lediglich jene facebook (sic!) Posts, die dazu aufforderten, irgendetwas auf das persönliche Profil zu stellen, um dadurch den neuen AGBs zu widersprechen; mein unerreichter Favorit dabei: das Einhorn – ich bin sicher, auch dazu gibt’s ein paar “Gläubige”).

Letztendlich bleibt jedoch ohnehin von solchem Aufruhr nichts übrig – und das ist auch gut so. Weil es nämlich vollkommen wurscht ist, was in den facebook AGBs steht. Und zwar aus folgenden simplen Gründen:

1. Die Welt ist Werbung!

So ist das nun mal. Was immer wir tun (falsch: was immer wir schon immer taten) wurde und wird dazu benutzt, dass Unternehmen versuchen, uns zu sagen, was wir in Zukunft tun, kaufen, benutzen, buchen, … leben sollen. Schauen Sie sich einfach nur die Evolution von Werbung (vom Plakat, über die Radio-Information, zum Fernsehspot, zwei-, drei-, viermal pro Tag, vor und nach Sendungen, inmitten des Films, nun vor dem youtube-Video, … usw.) an: Unternehmen und Medien versuchen, in gegenseitigem Kreativwettlauf an immer noch mehr Möglichkeiten zu kommen, uns mit ihrer “Information” zu überschütten. Neuerdings bekomme ich vor jedem youtube-Video den Spot eines SharePoint Migrationstools zu sehen (womit habe ich mich wohl in letzter Zeit online beschäftigt).

Und ehrlich gestanden frage ich mich: Was ist so falsch daran? Wenn ich ein Hotelzimmer in Madrid buchen möchte, besuche ich mal kurz booking.com, suche ausgiebig danach und warte dann, bis mir booking.com was günstiges vorschlägt. War ich dann dort und es war gut, schreib ich mir die eMail-Adresse auf und booking.com sieht mich für diese Stadt nie wieder. Werbung kann so einfach ausgeblendet und gleichzeitig zielführend genutzt werden. Daher ist allein dieser Grund genug, die facebook AGB Änderung zu ignorieren, wenn es – wie die futurezone einleitend feststellt – doch nur darum geht, zielgerichtetere Werbung zu ermöglichen.

2. Welches Recht zählt wirklich?

Schon mal genauer in die AGBs reingeschaut? Hier nochmal der Link dazu. Wenn man nach dem Gerichtsstand sucht, findet man da:

“You will resolve any claim, cause of action or dispute (claim) you have with us arising out of or relating to this Statement or Facebook exclusively in the U.S. District Court for the Northern District of California or a state court located in San Mateo County, and you agree to submit to the personal jurisdiction of such courts for the purpose of litigating all such claims. The laws of the State of California will govern this Statement, as well as any claim that might arise between you and us, without regard to conflict of law provisions.”

Na dann! Auf in die Staaten. Gehen wir uns beschweren, was uns facebook da antut.

Verstehen Sie mich richtig, bitte: Die Sammelklage des österr. Jusstudenten, Max Schrems, beispielsweise finde ich im Grunde richtig und sogar notwendig. Leider gerät der ursprünglich auslösende Moment für dieses Vorgehen ein wenig in Vergessenheit: Begonnen hatte dieser Fall ja mit dem Versuch, alle gesammelten Daten von facebook zu erhalten; ich halte es für ein Grundrecht jedes Menschen auf dieser Welt, detailliert erfahren zu können, was wo über einen selbst gespeichert ist (vgl. auch meine Transparenz-Forderung im “Citizenfour”-Artikel).

Ich halte es natürlich auch für ein Grundrecht, selbst entscheiden zu können, welche persönlichen Daten verwendet werden – und genau deshalb sind die AGBs von facebook genau genommen Makulatur, denn (last not least):

3. Ich entscheide selbst, was ich wie nutze!

facebook zwingt mich in keiner Weise, facebook zu nutzen. facebook zwingt mich nicht einmal, facebook auf eine bestimmte Art und Weise zu nutzen. facebook bietet mir Möglichkeiten. Möglichkeiten zur Kommunikation, zur Information, … ja: zu Eigenwerbung. Ich kann das Medium ja auch selbst dazu nutzen, für etwas, das mir ein Anliegen ist, Werbung zu machen. Das geht so weit, dass ich gegen Einwurf kleiner Münzen die Datenmaschine “facebook” selbst für meine Zwecke gebrauchen kann: Zielgerichtet wird facebook dann meine Statusmeldungen und Seiten-Aktualisierungen in den “Newsfeed” meiner Freunde platzieren, um sie auf mein Anliegen aufmerksam zu machen. Perfekt. Genau so wünsche ich mir das.

Wenn ich bestimmte Informationen sehen möchte, werde ich bestimmte Dinge, Themen, Inhalte, Schlüsselwörter im Netz publizieren. Wenn ich für ein bestimmtes Thema nicht gefunden oder damit identifiziert werden möchte, werde ich zu diesem Thema einfach die Klappe halten.

Der Punkt ist doch der:

Unser unbändiges Mitteilungsbedürfnis und unsere unbändige Neugierde spielen uns bei der Nutzung von Online-Medien einen bösen Streich: Denn heutige Technologien ermöglichen halt einfach ein Mehr an Zielgenauigkeit, als es der guten alten Fernsehwerbung im spannendsten Moment des Hauptabendfilms möglich war – sie erlauben es dem Informationsanbieter einfach, seine Information exakter passend zu platzieren.

Das Argument einiger lautstarker Kritiker der neuen facebook-AGBs, man könne sich der Nutzung von facebook ja heutzutage gar nicht mehr entziehen, ist schlichter, wenig differenzierender Blödsinn. Es mag stimmen, dass Schulen, Vereine und andere menschliche “Netzwerke” das Medium “facebook” als einzige Kommunikations-Plattform nutzen und man daher zur Teilnahme an dieser Kommunikation an einem facebook-Benutzerprofil nicht vorbei kommt. Die Inhalte dieses Profils – allerdings – bestimme ich dann selbst. Und ich kann die Inhalte durchaus auf den Zweck meines Dabei-Seins beschränken.

Und abgesehen davon: Suchen Sie auch machmal im Internet nach Dingen, Themen, Inhalten oder bestimmten Schlüsselwörtern? Und was zeigt die Suchmaschine ihrer Wahl dann gleich zu oberst an?

Es ist halt einfach zu einfach, die Verantwortung für meine eigenen Handlungen (Mitteilungen, Suchanfragen, Bilder oder Videos, …) den AGBs eines Unternehmens zu übertragen, das sich die hochgradig effektive Nutzung dieser meiner “Handlungen” zum eigenen Geschäftszweck gemacht hat.

 

{feature image “Digital Footprint” via Flickr/Creative Commons}

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Digital Business Trends – Erste Veranstaltung der neuen APA-Reihe

{Im Bild die Teilnehmer an der Podiumsdiskussion der DBT-Veranstaltung “Health Gadgets”, 29.01.2015, Haus der Musik}

 

Gestern, Donnerstag, fand im Haus der Musik die erste Abendveranstaltung der neuen APA-Eventreihe “Digital Business Trends” zum Thema “Health Gadgets” statt. Die Diskussions- und Netzwerkveranstaltungen werden gemeinsam mit Styria Digital One organisiert und von namhaften österreichischen IT(-nahen) Unternehmen gesponsert.

Dem Charakter nach der bereits seit den frühen 00er-Jahren bekannten APA-eBusiness-Community nachempfunden, folgte auch diesmal einem Impulsvortrag zum Thema eine Podiumsdiskussion, abgerundet durch – diesmal sehr intensive – Publikumsbeteiligung.

Und der Grundtenor der verschiedenen Meinungen war für mich besonders in zwei Aspekten neu:

1. Sicherheit und Datenschutz

Selbstredend, dass in einer Diskussion, in der es im Wesentlichen um das Messen, Sammeln und Bereitstellen von Daten durch Gadgets geht, die Frage des Schutzes dieser Daten irgendwann gestellt wird. Florian Schumacher, Vortragender und Experte am Podium, nahm jedoch dem Thema sofort die sonst in derartigen Diskussionen so übliche Tragweite, in dem er feststellte, dass das permanente Hinterfragen des Schutzes der Daten ein Innovations-Inhibitor sei. Die Haltung der Menschen würde sich zunehmend dahingehend verändern, dass sie bereitwillig ihre Daten diversen Systemen anvertrauen, weil sie den persönlichen Vorteil deren Nutzbarmachung erkennen und spüren könnten.

Während also bisher in Trend-Veranstaltung das Gros der Anwesenden seinen Ausweg aus der Unwissenheit über den diskutierten Trend oftmals in einer Art “Panikmache” über den Verlust von Datenschutz- und Kontrolle nahm, schwenkten diesmal die Mehrheit der Meinungen auf die Linie: “Meine Daten werden durch die Verknüpfung mit geeigneten Diensten und Dienstleistungen zu einem nützlichen Werkzeug für mich selbst.”

Die genannten Beispiele dazu blieben zwar – gewissermaßen – noch in den Kinderschuhen stecken (im Wesentlichen drehten sie sich um innovative Prämienmodelle von Versicherungen oder Gesundheits-Diagnosesysteme), aber der Trend hin zu einem offeneren Umgang mit persönlichen Daten – innerhalb ethischer Grenzen – war durchaus ablesbar. Ein positives Novum, also.

2. Geschäftsmodelle

Mehrheitlich blieb die Diskussion beim “Coolness”-Faktor und der persönlichen Daten-“Auswertung” der besprochenen Gadgets stecken. Das greift meiner (und manch anderer Diskussionsteilnehmer) Meinung nach bei weitem zu kurz: Am Ende wird ein Hype dann zum Trend, wenn Einzelne oder Mehrere daraus Nutzen und letztendlich Geschäft machen können. Den Nutzen von Health-Gadgets dadurch zu rechtfertigen, dass Einzelpersonen auf einem Web-Portal ihre eigenen Daten mit sich selbst vergleichen können, definiert noch kein Geschäftsmodell. Ebensowenig – wenn auch mit mehr Rechtfertigung – tut das der Effekt der Selbstmotivation.

Schon nachvollziehbarer ist da der Ansatz, dass Versicherungen Prämiennachlässe auf Basis von Daten gewähren könnten, die einen gesunden Lebensstil nachweisen (der ethische Hintergrund eines solchen Vorgehens, der durchaus auch mehrfach angesprochen wurde, sei hier für den Moment mal dahingestellt), oder ärztliche Diagnosen durch Online-Diagnosesysteme ersetzt oder zumindest unterstützt werden könnten.

Während der zitierte Ansatz von Versicherungen sicherlich eines der nachvollziehbarsten und möglicherweise auch nahe-liegendsten Geschäftsmodelle werden könnte, blieb es sonst in dieser Frage eher dünn, und ich denke, dass Health Gadgets im momentanen Hype-Status stecken bleiben werden, wenn Dienstleistungs-Unternehmen, Plattformen und/oder Hersteller nicht mehr Umsatz-Möglichkeiten finden, als den Verkauf von Armbändern, Uhren, Broschen oder – vielleicht bald – Implantaten.

Eine der wohl interessantesten Ansätze kam von Eugenius Kaniusas (TU Wien), der mehrfach in der Diskussion meinte, dass das vergleichen von Zahlen (Puls- und Blutwerte, Schrittanzahl, oder Indexwerte für Fitness, etc.) zwar eine nette “Spielerei” für den Endverbraucher sei, aber am Ende doch wenig inhaltlichen Mehrwert böte, weil ja Sinn und Konsequenz der Werte und ihrer Veränderung dem medizinisch Fachfremden verborgen blieben. Wirklich Nutzen entstünde erst durch eine alltagstaugliche Übersetzung der gesammelten Information. Plattformen müssten geschaffen werden, die für gesammelte Daten geeignete kontextuelle Interpretation und Übersetzung anböten.

In Anbetracht der großen Anzahl an Menschen, die mit medizinischen Befunden schon so ihre Schwierigkeiten haben, vielleicht in der Tat eine erste verfolgenswerte, über Versicherungs- und Diagnose-Modelle hinausgehende Idee für innovatives Geschäft im Zusammenhang mit Health-Gadgets …

 

Update:

  • Link zur Presseaussendung
  • Link zur Fotogalerie

 

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Bedürfnispyramide / Hierarchy of Needs

… und auch wenn die allgemeine Digitalisierung und das dauernde Verbundensein grundsätzlich spannende und bereichernde Entwicklungen sind, dürfen wir – gerade dieser Tage – WLan und Akkuleistung auf der Maslow’schen Bedürfnispyramide ruhig ein wenig weiter oben einreihen. Tim Minchin hat da ein paar ganz gute Ideen dazu …


 

… and even though Digitalization and ubiquitous connection of everyThing are interesting and enriching advancements of mankind, we’re surely allowed – especially during these days – to put “WiFi” and “Akku” onto some higher places within Maslow’s “hierarchy of needs”. Tim Minchin has some nice ideas to this, indeed …

 

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