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Tag Archives: digitalisierung

Schi 4.0

{feature image (C) “Loop21 Mobile Net GmbH” – gefunden auf futurezone.at}

 

Dieser Tage eine Schlagzeile: “WLAN auf der Schipiste wird zum Standard“. Der Artikel erklärt weiter, dass das WLAN besonders in der Mittagszeit genutzt würde (hoffentlich von jenen abseits der Piste, denk ich mir noch) und dass die Frage nach dem WLAN meist die erste beim Betreten einer Hütte wäre. Ein unmittelbarer Realitycheck bei den Kids bringt hervor: Jaja – das kennen wir schon lang!

Kurz überlege ich mir: Mit dem Handy in der Hand auf zwei Brettern den Berg runtersausen (Anm.: Ich bin kein Schifahrer) – interessant. Könnte cool aussehen und sich schmerzhaft anfühlen – mitunter. Man müsste Helmvisiere mit Dateneinblendung haben (gibt’s ja bereits fürs Motorrad). Da lese ich schon: “Skiwelt amadé lockt mit Datenbrille zum Ausborgen.” – Also auch schon alt.

Trotzdem: Ein paar Probleme – abseits einer gewissen Kollisionsgefahr beim beliebten Downhill Race Livestream – bleiben doch. Die könnte man eliminieren:

  • Strom: Die Hütten und Liftsäulen haben zwar jetzt alle ihre ordentliche WLAN-Abdeckung, haben aber wohl vielfach zum Aufrüsten ihrer Steckdosen vergessen. Wenn etwa 500 ausgehungerte Schifahrer zu Mittag essen, trinken, sich sonnen und mit den Freunden snapchaten wollen, dann brauchen wir Steckdosensäulen bei jedem Tisch. Oder …
  • Das Hochleistungs-Akkupack in der Tasche. Oder noch besser: In die Schijacke verbaut. Am Rücken einer mittelgroßen Jacke gehen sich so 5 – 7 LiPo-Zellen locker aus (auf die feuersichere Verbauung achten).
  • Alternativ wäre die Verbauung von Solarzellen im Schulterbereich des Anoraks denkbar. Ein kleines Zimo-Panel bringt angeblich etwa 5-6V. Bei gutem Schiwetter wohl ausreichend, um ein bisschen Surfen, Route Checken oder Chatten auf der Schipiste zu ermöglichen, bis Zeit für einen Stop und den nächsten Schnelladevorgang ist.
  • Der könnte sich übrigens mit USB-Ladestationen auf längeren Sesselliftfahrten ausgehen.
  • Nachts will dann das ganze Zeug ordentlich für den nächsten Tag vorbereitet werden, weshalb auch die Hotelleriebetriebe gut daran tun, ausreichend Steckdosen in den Zimmern vorzusehen (ich reise ja mittlerweile mit dem persönlichen Dreifach-Stromverteiler auf Grund dieses immer virulenter werdenden Problems)
  • Routenplanung: In kurzer Zeit möglichst viel des auserkorenen Urlaubs-Schigebiets kennen zu lernen hat schon seinen Sinn, finde ich, weshalb die Gebietsbetreuer gut daran täten, entweder in der eigenen App oder auf deren Website optimierte Schischaukel-Tagesrouten anzubieten. Inklusive wählbaren Schwierigkeitsgrades, Starring (“like” – möchte ich nochmal fahren – …) und natürlich der Sharing-Möglichkeit mit Freunden (wozu sonst Online-Sein; “ich bin hier; wo bist du gerade”).
  • Die Routenanweisungen werden dann per Bluetooth-Lautsprecher in den Helm durchgegeben, wenn nicht grade das Lieblingslied läuft (gibt’s schon – ich weiß; “Warte, Schatz, ich muss erst mein Handy rausnehmen und die Musik abschalten, damit ich dich verstehen kann.”)
  • Selbstredend blenden die Hütten- und Attraktionen-Betreiber entlang der Strecke per iBeacons an den Liftsäulen und Bäumen den p.t. Schigästen die besten tagesaktuellen Angebote abhängig von deren Vorlieben ins Helmvisier ein – das nur zum Drüberstreuen.
  • Und wenn ich dann von der Bergstation aus mein Mittagsmenü per Voice-Command bestelle, bekomme ich 10% Rabatt und einen Jagatee extra.

Zugegeben: Mein letztes Mal auf Brettern im Schnee liegt doch wohl schon so etwa 5 Jahre zurück (wenn nicht mehr). Der Test all dieser IoT Errungenschaften macht allerdings schon irgendwie Lust … Vielleicht stell ich mich in den kommenden Wiener Semesterferien wieder mal auf eine Schipiste und schau mir an, was von all dem schon geht. Um dann vielleicht festzustellen, dass die 4G-Abdeckung bereits so breit ist, dass das eingangs noch als Alleinstellungsmerkmal vermutete WLAN bald schon wieder völlig wurscht sein wird.

P.S.: Am Realitätscheck passionierter Schifahrer wäre ich übrigens brennend interessiert … bitte hinterlasst mir doch einen Kommentar hier. Danke!

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Nach der Cloud: Was kommt jetzt?

Transkript meiner Keynote zum Post-Cloudalen Zeitalter. Slides hier zum Download.

Haben Sie sich schon immer mal gefragt, wo die Cloud begraben liegt? Bittesehr! Hier ist sie 😉

Cloud-Grave

This is where the Cloud is burried!

Ich habe mich ja schon in einigen Publikationen mit der Sinnlosigkeit auseinandergesetzt, Cloud Computing zu diskutieren – nicht, weil die Cloud tatsächlich tot wäre (einen Talk damals im Jahr 2014 damit zu beginnen, war schon etwas – nunja – “frech”), sondern weil sie so allgegenwärtig ist, wie das Internet ansich – darüber diskutieren wir ja auch nicht mehr. Aber sehen wir uns die Geschichte einmal etwas genauer an:

Cloud Timeline 2016

Wussten Sie, dass Cloud Computing eigentlich auf das Jahr 1999 zurück geht? Damals wurde Salesforce gegründet – und hat mit Guerilla-Marketing die traditionelle CRM Szene ordentlich aufgemischt; der Erfolg gibt ihnen, denke ich, heute recht. In den Jahren danach wurde es dann doch erstmal etwas ruhiger – eine Zeit lang; doch ab etwa 2006 schossen Cloud Anbieter aus dem Nichts mit damals wohl noch ungeahnter Geschwindigkeit in die Höhe.

Heute diskutieren wir nicht mehr, ob es die Cloud gibt, sondern wie wir sie in unsere IT Strategie bestmöglich integrieren, welche Services wir sinnvoll nutzen können oder wie wir multiple Services und unser on-premise Rechenzentrum miteinander verbinden und effizient managen (RightScale hat da übrigens einen sehr vielversprechenden Ansatz mit deren Cloud Management Plattform). Und während man früher Logo-Landkarten für COTS (Commercial Off The Shelf) herzeigen konnte, zeigt man sie jetzt – wie hier – für z.B. SaaS.

Cloud-SaaS-Logos

SaaS Logos

Ich möchte noch einmal einen Schritt zurück gehen – auf die sattsam bekannte NIST Special Publication 800-145 – die Definition von Cloud Computing.

Cloud Computing: 5 essential characteristics

Cloud Computing: 5 essential characteristics

Dort lauten – wie im Bild oben dargelegt – die 5 essentiellen Charakteristiken einer Cloud:

  • On-demand self-service: Ich bekomme also etwas genau dann, wenn ich es brauche, und dann sofort
  • Broad network access: Ich erreiche den Service mittels eines hoch-performanten Netzwerkes – wir sprechen hier von der Provider-Anbindung, nicht notwendigerweise von meinem Mobil-Telefon in den Bergen
  • Resource pooling: Die Ressourcen der Cloud sind derart gemanaged, dass ein effizientes Miteinander mehrerer Konsumenten der Cloud möglich ist, und jeder immer das bekommt, was er gerade benötigt
  • Rapid elasticity: Dadurch sind Services so effizient skalierbar, dass sie sich elastisch an den Bedarf anpassen
  • Measured: Jeder Konsum eines Services wird exakt gemessen und der Konsum nachvollziehbar dem Nutzer berichtet

Sollten Sie in Ihrem Rechenzentrum – in Ihrer IT – ein Service haben, das die Geschäftsprozesse Ihres Unternehmens nach diesen Gesichtspunkten abbildet, dann haben Sie de facto eine Cloud. Überlegen Sie an dieser Stelle kurz: Haben Sie eine Cloud? Haben Sie ein Cloud Service? Mehrere? Woher? Selbst gebaut? Integriert? … ?

Wir brauchen über die Existenz von Cloud Computing in allen unseren Geschäftsanwendung nicht mehr sprechen (Sie würden sich übrigens wundern, welche Firmen in Österreich beispielsweise vom eigenen Exchange-Server bereits auf Office365 gewechselt sind …)

Reden wir also darüber, was nun auf uns zukommt!

Und da haben Analysten schon vor Jahren – etwa 2013 beginnend – Modelle vorgestellt, die die Cloud in einen größeren Gesamtzusammenhang setzen. Bei IDC hieß das Konzept “The Third Platform” – bei Gartner hieß es “The Nexus of Forces”.

The 3rd Platform (Source: IDC)

The 3rd Platform (Source: IDC)

Es gibt bestimmt noch andere. Eines ist allen diesen Konzepten gemeinsam: Sie postulieren die nächste Evolution in der IT und erklären diese durch das Zusammenwirken von 4 Kräften:

  • Cloud Computing
  • Mobility
  • Social Business / Social Media
  • und BigData/Analytics

Während das alles durchaus korrekt sein mag, glaube ich doch, dass diese Konzepte allesamt einen originären Fehler haben: Cloud Computing ist nicht Teil des Ganzen sondern die inherente Basis des gesamten Modells:

Cloud Computing as a basis to the 3rd Platform

Cloud Computing as a basis to the 3rd Platform

Lassen Sie mich an Hand der anderen drei Paradigmen ausführen, warum das so ist.

1: Social Transformation

Social Transformation - from Profiles to Data Feeds

Social Transformation – from Profiles to Data Feeds

Das Bild oben zeigt wie Facebook 2005 und 2011 ausgesehen hat und wie es heute aussieht. Sie sehen, dass der Fokus am Beginn auf dem Benutzer und dessen Profil, dessen Eigenschaften, dessen Vorlieben lag. Mark Zuckerberg wollte ursprünglich einfach die ganze Welt miteinander verbinden. Dass sich so eine bahnbrechende Idee – wenn sie funktioniert – natürlich perfekt durch Werbung auf der betreffenden Plattform finanzieren lässt, liegt auf der Hand (2011 schon deutlich sichtbar). Heute können Sie viel mehr mit dem sozialen Netzwerk und Ihren eigenen Informationen tun: Sie können sie zu zielgerichteter Information für andere Systeme oder Gruppen von Menschen nutzbar machen: Wenn 1000 Menschen an einer sonst flüssig befahrbaren Verkehrsader jammern, dass sie im Stau stehen, wird das wohl stimmen, und es lässt sich unter Umständen aus den “Social Feeds” der Autofahrer ableiten, was auf der betreffenden Strecke gerade schief läuft.

Und wo ist hier die Cloud? Unter der Plattform “Facebook” selbst, die in einem streng nach Cloud-Elastizitäts-Merkmalen aufgebauten Rechenzentrum läuft, sowie in angeschlossenen Data Lakes, die in der Lage sind, nicht nur derartige Informationen in großem Maß aufzunehmen, sondern eben auch in entsprechend kurzer Zeit auszuwerten.

Womit wir beim Thema …

2: Data Transformation

angelangt wären. Dazu – wie schon bereits in meinem mittlerweile doch schon ein paar Monate alten Whitepaper “The Next Big Thing” ausgeführt – die meiner Meinung nach bislang beste Definition von BigData:

“BigData summarizes the legal, social, technology, application and business dimension of the fact that through applications being consumed … a vast amount of information is generated and needs to be managed and efficiently used”

Ich habe zur Vereinfachung des Prinzips und seiner Auswirkungen versucht, auf einen Blick darzustellen, wie zukünftig mit Daten umzugehen ist:

BigData Transformation - from ETL to ELT

BigData Transformation – from ETL to ELT

Machen Sie sich keine Gedanken mehr am Beginn, was Sie am Ende mit den Daten anfangen wollen; sehen Sie, dass Sie der Daten habhaft werden, die sie für Ihr Geschäft benötigen könnten. In welcher Form (in welchem “Format”) auch immer. Eine Transformation zum Zwecke intelligenter Verknüpfung und Auswertung kann später folgen. Wir haben das früher so nicht gemacht, weil wir garnicht die Rechenleistungen bereit stellen hätten können, die nötig sind, um verschieden vorliegende Daten in Echtzeit zu konsolidieren und zu aggregieren. Und selbst ohne diese Fähigkeit waren unsere DWH-Systeme mitunter unwartbare Moloche, oder?

Die Cloud als Basis einer modernen BigData Architektur erlaubt die Elastizität und ad-hoc Rechenleistung, wenn sie zu Analyse-Zwecken benötigt wird.

Übrigens: Das bedeutet keineswegs, dass Sie sich gar keine Gedanken machen sollen, was Sie mit den mühevoll gesammelten Daten anfangen können – ich glaube sogar, dass diese Überlegung essentiell ist, um BigData strategisch effizient zu nutzen; ich glaube nur, dass diese Überlegung nicht mehr am Anfang stehen muss. Und dass dem so ist, ermöglicht uns Cloud Computing.

3: Mobile Transformation

Das ist einfach. Dazu reichen die folgenden beiden Bilder:

Old Mobile Phone

A very old mobile phone – some years maybe …

 

Mobile Payment - Mobile Banking

Mobile Payment – Mobile Banking

Zuerst ein Handy, das manche vielleicht noch kennen (es ist, sagen wir, etwa 10 Jahre alt, vielleicht ein bisschen mehr) – dann ein “etwas” Neueres mit implantierter Bankomatkarte (geht in Österreich seit Anfang Juni). Wo da die Cloud ist? Unter dem AppStore für die benötigten Mobile Apps, unter den Backend-Systemen für die Verknüpfung von Services, unter den Services selbst, die in Container-Technologie elastisch auf Benutzeranforderungen reagieren, …

Sie sehen also, Cloud Computing ist nicht eine “Force” in einem “Nexus”, sondern die Basis-Technologie schlechthin, die ein Zusammenwirken der anderen 3 Kräfte im 3rd-Platform-Modell überhaupt erst möglich macht.

Und was durch dieses Zusammenwirken erst möglich wird, lässt sich immer noch am Besten durch den Begriff

“Digital Business”

beschreiben. Ich möchte mich hier gar nicht mehr lang mit Begrifflichkeiten aufhalten (im oben erwähnten White Paper gibt es dazu bereits einiges nachzulesen, und über die Zeit haben sich – wie immer bei solch hochveränderlichen, innovativen Themen – Myriaden von “gscheiten” Menschen damit aufgehalten, was wie genannt werden darf oder muss (erinnern Sie sich nur an die viel-zitierte Behauptung, Industrie 4.0 dürfe nur in der deutschen Sprache verwendet werden, weil es eine Digitalisierungs-Initiative Deutschlands wäre).

Entscheidend ist nicht die Begrifflichkeit sondern das, worum es eigentlich geht: Eine Verbindung von Menschen, Systemen und Endgeräten (Dingen, Devices, Gadgets, …). Sich vor Augen zu führen, welche Möglichkeiten diese Verbindung, wenn intelligent umgesetzt, für uns bringt, bringt Digitalisierung überhaupt erst in Bewegung. In unsern Köpfen, unseren Innovationen – letztlich in unseren Unternehmen und im täglichen Leben.

Im Whitepaper “The Next Big Thing” erzähle ich am Ende ein paar kleine Geschichten; Szenarien, die illustrieren, was durch Digitale Transformation denkbar wird. Mittlerweile sind wir viel weiter als in diesen Geschichten. Teilweise sind die skizzierten Szenarien Realität, teilweise sind ganz neue Szenarien entstanden.

Connected Cars – Ist das heute Realität?

BMW-connected

BMW (2014) with connected-car information panel

Vielleicht noch nicht überall. Aber das hier gezeigte Bild entstammt einem Artikel aus 2014. Heute haben alle modernen Fahrzeuge eine In-Vehicle-Plattform, die es ermöglicht, von außen Informationen in das Fahrzeug einzuspielen. An der Nutzbarmachung dieser Möglichkeit für den modernen Verkehr wird gerade gearbeitet.

Oder SmartCity?

Sanatander ist eine von vielen Städten rund um den Erdball, in dem Digitalisierung und die Digitale Transformation Realität geworden sind. Während jedoch beispielsweise in Amsterdam auf der “Beacon Mile” gerade mal ein paar Information an vorbei”gehende” Smartphones verteilt werden können, hat Santander sein gesamtes City Management – von öffentlichem Verkehr, über Taxi, Luftqualität, Beleuchtung, Müllabfuhr, … und vieles mehr auf Digitalisierungs-Paradigmen im oben erwähnten Sinne (Mensch – System – Device) umgestellt. Hier ein Film, der die disruptive Veränderung dieser Initiative für Santander näher erklärt:

Und im Hintergrund arbeitet eine Infrastructure Cloud, die die Integration all dieser Prozesse ermöglicht.

Übrigens: 2 Beispiele aus Wien:

  1. Die SmartCity Strategie der Stadt Wien verfolgt genau die selben Ziele wie Santander
  2. Und in Wien Neubau arbeitet ein Unternehmen gemeinsam mit der Stadt an einer in Kürze produktiv gehenden Multi-Mobilitäts-App, die es ermöglicht, aus mehreren Verkehrsangeboten das für die jeweilige Route beste zu wählen. Können Sie heute bereits als Labor-App nutzen. Laden Sie sich’s einfach vom AppStore runter; sie heißt “WienMobil LAB”.

 

Und wo ist die Cloud jetzt?

Broadband Affordability 2014

Cost of Broadband Subscription as a Percentage of Average Yearly Income, 2014

Allgemein werden für all diese Digitalen Transformationen 4 Treiber genannt:

  • Breit verfügbare Internet-Verbindung (siehe Bild, oben)
  • Hohe Akzeptanz des Mobil-Telefons, eigentlich des Smartphones
  • Niedrige Kosten von Sensoren
  • Und in großem Maß verfügbare Rechenleistung

Da letzteres (nämlich: Rechenleistung) selbstredend in einem Cloud-Modell bereit gestellt wird, beantwortet sich die Frage nach der Allgegenwärtigkeit von Cloud Computing eigentlich von selbst, oder?

Security & Privacy

Security - Privacy - Control - Multi Tenancy

Security – Privacy – Control – Multi Tenancy

Abschließend noch zwei Wort an alle, die die Digitale Transformation als (persönliche oder unternehmerische) Gefahr empfinden: “Vergessen Sie’s!”

Warum?

Nun – lassen Sie mich das mit einer kleinen Geschichte aus den Anfangszeiten von Cloud Computing in Mitteleuropa beantworten: Im Jahr 2009 war ich zu einer Konferenz als Speaker eingeladen, in welcher Microsoft und Siemens die Potentiale von Cloud Computing gemeinsam zum Thema gemacht und diskutiert haben; damals hat ein sonst großartiger Kollege von Microsoft Multi-Mandanten-Fähigkeit leichtfertiger Weise mit Datensicherheit und Verschlüsselung verwechselt. Ohne den Irrtum auszubügeln, schlitterte sein Talk in eine Diskussion um die Unmöglichkeit, Cloud im Industrie-Bereich anzuwenden, weil es doch unmöglich sei, die eigene Unternehmens-IP vor der Konkurrenz zu schützen. Diese Art der Diskussion blieb uns über Jahre auf einschlägigen Events erhalten. Hat sie die Cloud aufhalten können? Nein.

Wenn Sie möchten, diskutieren wir gerne in weiterer Folge die Elemente

  • Sicherheit
  • Privatsphäre
  • Daten-Kontrolle
  • und Multi-Mandanten-Fähigkeit

Doch tun wir es bitte auf inkludierender Basis. Schließen wir neue Chancen, neue Dienstleistungen, Alltagserleichterungen nicht aus, weil wir Angst vor einer Verletzung obiger Werte haben, sondern schließen wir diese oben genannten Überlegungen mit ein in die Möglichkeiten, die sich uns auftun – und tun wir das auf Basis der Forderung nach größerer Transparenz!

Wenn ich weiß, was von wem wofür mit meinen Daten gemacht wird, dann werde ich sie gerne – kontrolliert – bereit stellen; weil ich nämlich dadurch einen Vorteil erfahre – in meinen eigenen Prozessen, in meinem eigenen beruflichen und privaten Alltag!

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5 Erkenntnisse zur Digitalisierung in Österreich

Nach langem wieder mal etwas Deutschsprachiges zum Thema “Digitalisierung” auf meinem Blog …

Gestern fand die Veranstaltung “Digitalisierung von Produktionsbetrieben” der Wirtschaftsagentur Wien gemeinsam mit dem Netzwerk “IoT-Austria” statt. Mein Antrieb, an der Veranstaltung teilzunehmen, entstand weniger aus einem konkreten Projektkontext, sondern weil ich neugierig war, was produzierende Betriebe in Österreich zum Thema zu sagen hatten (und wer überhaupt etwas sagen würde).

Spontaneindruck

Ein bunter Mix von Unternehmen unterschiedlicher Größe und völlig unterschiedlicher Produktportfolios (die Palette reichte von Steuergeräten der Fa. Tele Haase über die Schlösser der EVVA bis hin zum AIT mit UX oder LieberLieber mit dem Thema “Modellbasierte Softwareentwicklung”), dadurch ein bunter Mix von Blickwinkeln auf das Thema und ein übergroßes Interesse im Auditorium. Letzteres könnte man natürlich als Buzzword- und Hype-Interesse werten; mir ist die positivistische Interpretation, dass die Wirtschaft und Industrie in Österreich die Themen “IoT” und “Digitalisierung” in großem Stil annimmt, ehrlicherweise lieber …

Was blieb hängen?

In erster Linie vor allem die durchaus gute Qualität der Vorträge. Allesamt recht praxisnahe mit vielen konkreten Beispielen aus dem Alltäglichen des jeweiligen Unternehmens; kaum einmal eine Themenverfehlung und nur einmal aus meiner Wahrnehmung das “Weißwaschen” des eigenen Portfolios mit dem IoT-Begriff (es wäre ein Wunder, wenn nicht auch hier das passierte, was wir bei “Cloud” einige Jahre lang allerorts gesehen haben).

Die eigentlichen Aha-Erlebnisse allerdings waren:

1: Ein neues Anwenderbild

Sebastian Egger vom AIT machte dem Plenum bewusst, wo die Anwender der Digitalisierungswelle tatsächlich sind: In allen Gliedern der Wertschöpfungskette (und nicht am Ende beim Konsumenten des entstandenen Produktes). Prozesse verändern sich teilweise derart radikal, dass jeder einzelne Mitarbeiter in Zuliefer-Industrie, Produktion, Logistik, Endvertrieb, etc. radikal Neues vorfinden wird und damit einer Umstellung unterworfen ist. Wieviele werden dem gewachsen sein? Und welche der kommenden Digitalisierungslösungen kann sich effizient auf diese verschiedenen Anwendergruppen einstellen?

2: Das Alter, das Alter!

Produzierende Betriebe – wie z.B. Tele Haase – haben Innovation mit teilweise langjähriger, gutgängiger industrieller Substanz zu bewältigen. Produzierende Industriemaschinen haben Halbwertszeiten mehrerer Jahrzehnte. Man tauscht nicht so leicht und schnell aus wie man heutzutage Consumer-Elektronik, EDV oder “Dinge” tauscht. Damit geht schwierige Integrierbarkeit in eine innovative digitale Plattform automatisch einher. Auch der Wille zu radikaler Innovation – zur Neuschaffung der Digitalen Fabrik – kann da schon mal an “Banalitäten” wie der Nicht-Integrierbarkeit einer 20 Jahre alten Industrie-Maschine scheitern. Erfolgreiche IoT- und Industrie4.0-Plattformen werden dem in irgendeiner Form gerecht werden müssen.

3: KMUs haben in Österreich ein “Partnerschaftsproblem”

Gut – das mag eine radikale Übersetzung von Peter Liebers Aussage zu der Tatsache sein, dass er so gut wie keine Kunden in Österreich hat. Seine Analyse war jedenfalls, dass österreichische produzierende Betriebe (größtenteils klassische KMUs) ein Problem haben, mit Unternehmen kleiner 20 MitarbeiterInnen zusammen zu arbeiten. Auf Grund der Flexibilität und Dynamik derartiger Unternehmen ist allerdings gerade dort das nötige innovative Potential zu finden. Die Einzelperson – das Ein-Personen-Unternehmen – reagiert oft wesentlich wendiger und schneller auf Trends und Trendwechsel als größere Unternehmen mit meist schwerfälligeren Strukturen. Angst vor einem Verlust des Partners durch Verschwinden des Unternehmens? Nun – ein durchaus valides Argument; dem wäre allerdings die eigene Stagnation in der aktuellen Zeit des radikalen Wandels in Industriebetrieben entgegenzusetzen …

4: 1 Schloss – 16 Mio. Konfigurationen

Absolutes Highlight des Vormittags jedoch der Vortrag von Johann Notbauer von EVVA. Sein Vortrag spannte in gewisser Weise den Bogen über alle an diesem Vormittag behandelten Themen: Ein österreichisches Traditionsunternehmen, das mit langjährig erprobten mechanischen Schließlösungen einen deutlichen Platz am Weltmarkt einnimmt, das mit einem auf Nachgeschäft basierenden Geschäftsmodell den Hauptumsatz einfährt (Notbauer bemühte das Druckermodell als Vergleich für seine Schließsysteme: billiger Drucker gefolgt von teuren Patronen), das mit dem 4-blättrigen Magnetschlüsselsystem MCS 3D-Druck-kopiersichere Schlüssel am Markt hat, ist plötzlich konfrontiert mit

  • Software
  • Firmware
  • Software-Sicherheit
  • RFID
  • NFC

und vielen anderen noch nie zuvor im Unternehmen gesehenen Herausforderungen. Plus: Das oben zitierte Geschäftsmodell ist mit modernen Schließsystemen, die wesentlich seltenere System- oder Schlüssel-Wechsel nach sich ziehen, im Prinzip kannibalisiert. Kein anderer Vortrag an diesem Tag hat so unmissverständlich und klar deutlich gemacht, was Digitalisierung für ein Unternehmen eigentlich bedeutet und wie radikal man sich darauf einzustellen hat, wenn man reüssieren will.

Und die 16 Mio Konfigurationen aus der Überschrift stimmen wirklich – nur eben nicht mehr für digitale Schließsysteme …

5: Österreich hat ein IoT-Netzwerk

Last not least bleib aber vor allem eines an diesem Tag hängen: In Österreich gibt es bereits jetzt eine recht aktive Community von Menschen, die sich aus freien Stücken zusammengefunden haben, um der Digitalisierung und Industrie 4.0 in diesem Land auf die Beine zu helfen. Das Netzwerk “IoT-Austria” hat diesen Vormittag mit gestaltet, mit einem (zugegebenermaßen fast klassischen, die einschlägigen Themen bemühenden) Impulsvortrag eingeleitet und tritt als solider Mix von Technik-Fachexperten und strategischen Denkern in Erscheinung.

Noch ist das Potential an Unterstützung für die interessierte Industrie und Wirtschaft, das von diesem Netzwerk ausgehen kann, nicht ganz klar, aber die gestrige Veranstaltung zeigte, dass österreichische Unternehmen und vor allem “IoT-Austria” ganz offensichtlich auf einem guten Weg sind, der Digitalisierung in diesem Land auf die Sprünge zu helfen.

 

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An #IoT #terms jungle

I would love to have a few words of opinion from everyone …

When I listen to talks or follow research literature, I do observe a fuzzy usage of terms around the IoT field. Here comes my definition – and I’d love to hear/read yours (beware: this may be provocative)

Internet of Things

A fuzzy description of the fact that devices are directly connected with the Internet (here, the term “device” describes anything from an implanted sensor up to a mobile phone and can be built into whatever from humans to power plants). Newly developing now: “Internet of Everything” – seems that understanding fluctuates, hence definitions need to become even more fuzzy …

Industrie 4.0

A German term describing the 4th industrial revolution (the 1st being “steam”, 2nd “mass production”, 3rd “digital and IT in the industry”, 4th “IoT”, mainly). Despite otherwise claimed in a German wikipedia site, “Industrie 4.0” is not the invention of a German governmental initiative. Industrie 4.0 – put simply – describes the totally interconnected and Internet-connected production process.

Industry 4.0

Same as above – just English. Despite varied claims of speakers that the term “Industry 4.0” does not exist and the term “Industrial Internet” had to be used, Industry 4.0 is widely accepted and used as a term in the definition given above.

Industrial Internet

In spite of many claims, that this was a term mainly introduced to describe and drive GE’s IoT strategy, truth is that this term’s popularity can mainly be retraced to the founding of the Industrial Internet Consortium. Otherwise the term would still lurk around low and not fuzz-up definitions so much.

Digital Business

The broadest of terms describing the disruptive change that a thought-through IoT will bring to all businesses and consumers when connected thoughtfully and efficiently with data, analysis and other business process oriented backend systems. Also, this term refers to a changed user experience, brokerage of information, better info tailoring, etc. – so essentially the term is describing all of the change that the more technology-oriented definitions bring along for anyone and any business.

Digitalization

describes the enrichment of business processes through more accurate information – generated mostly digital and through IoT technologies

Cyber Physical System

This term describes an ecosystem capable of bringing together physics (humans, things – which are connected to the net) with cyber (IT) systems. In essence, the term can be used to describe what lies behind all the IoT/Industry4.0 stuff – what brings them to life in a business process oriented interconnected IT (possible across enterprises and industries). Main aspect in CPSs: Integration (of devices as well as systems (of systems)).

So,
what’s your take on all this?

 

{feature image found on this blog – hope, the author doesn’t mind reuse}

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Digital Business Trends – Erste Veranstaltung der neuen APA-Reihe

{Im Bild die Teilnehmer an der Podiumsdiskussion der DBT-Veranstaltung “Health Gadgets”, 29.01.2015, Haus der Musik}

 

Gestern, Donnerstag, fand im Haus der Musik die erste Abendveranstaltung der neuen APA-Eventreihe “Digital Business Trends” zum Thema “Health Gadgets” statt. Die Diskussions- und Netzwerkveranstaltungen werden gemeinsam mit Styria Digital One organisiert und von namhaften österreichischen IT(-nahen) Unternehmen gesponsert.

Dem Charakter nach der bereits seit den frühen 00er-Jahren bekannten APA-eBusiness-Community nachempfunden, folgte auch diesmal einem Impulsvortrag zum Thema eine Podiumsdiskussion, abgerundet durch – diesmal sehr intensive – Publikumsbeteiligung.

Und der Grundtenor der verschiedenen Meinungen war für mich besonders in zwei Aspekten neu:

1. Sicherheit und Datenschutz

Selbstredend, dass in einer Diskussion, in der es im Wesentlichen um das Messen, Sammeln und Bereitstellen von Daten durch Gadgets geht, die Frage des Schutzes dieser Daten irgendwann gestellt wird. Florian Schumacher, Vortragender und Experte am Podium, nahm jedoch dem Thema sofort die sonst in derartigen Diskussionen so übliche Tragweite, in dem er feststellte, dass das permanente Hinterfragen des Schutzes der Daten ein Innovations-Inhibitor sei. Die Haltung der Menschen würde sich zunehmend dahingehend verändern, dass sie bereitwillig ihre Daten diversen Systemen anvertrauen, weil sie den persönlichen Vorteil deren Nutzbarmachung erkennen und spüren könnten.

Während also bisher in Trend-Veranstaltung das Gros der Anwesenden seinen Ausweg aus der Unwissenheit über den diskutierten Trend oftmals in einer Art “Panikmache” über den Verlust von Datenschutz- und Kontrolle nahm, schwenkten diesmal die Mehrheit der Meinungen auf die Linie: “Meine Daten werden durch die Verknüpfung mit geeigneten Diensten und Dienstleistungen zu einem nützlichen Werkzeug für mich selbst.”

Die genannten Beispiele dazu blieben zwar – gewissermaßen – noch in den Kinderschuhen stecken (im Wesentlichen drehten sie sich um innovative Prämienmodelle von Versicherungen oder Gesundheits-Diagnosesysteme), aber der Trend hin zu einem offeneren Umgang mit persönlichen Daten – innerhalb ethischer Grenzen – war durchaus ablesbar. Ein positives Novum, also.

2. Geschäftsmodelle

Mehrheitlich blieb die Diskussion beim “Coolness”-Faktor und der persönlichen Daten-“Auswertung” der besprochenen Gadgets stecken. Das greift meiner (und manch anderer Diskussionsteilnehmer) Meinung nach bei weitem zu kurz: Am Ende wird ein Hype dann zum Trend, wenn Einzelne oder Mehrere daraus Nutzen und letztendlich Geschäft machen können. Den Nutzen von Health-Gadgets dadurch zu rechtfertigen, dass Einzelpersonen auf einem Web-Portal ihre eigenen Daten mit sich selbst vergleichen können, definiert noch kein Geschäftsmodell. Ebensowenig – wenn auch mit mehr Rechtfertigung – tut das der Effekt der Selbstmotivation.

Schon nachvollziehbarer ist da der Ansatz, dass Versicherungen Prämiennachlässe auf Basis von Daten gewähren könnten, die einen gesunden Lebensstil nachweisen (der ethische Hintergrund eines solchen Vorgehens, der durchaus auch mehrfach angesprochen wurde, sei hier für den Moment mal dahingestellt), oder ärztliche Diagnosen durch Online-Diagnosesysteme ersetzt oder zumindest unterstützt werden könnten.

Während der zitierte Ansatz von Versicherungen sicherlich eines der nachvollziehbarsten und möglicherweise auch nahe-liegendsten Geschäftsmodelle werden könnte, blieb es sonst in dieser Frage eher dünn, und ich denke, dass Health Gadgets im momentanen Hype-Status stecken bleiben werden, wenn Dienstleistungs-Unternehmen, Plattformen und/oder Hersteller nicht mehr Umsatz-Möglichkeiten finden, als den Verkauf von Armbändern, Uhren, Broschen oder – vielleicht bald – Implantaten.

Eine der wohl interessantesten Ansätze kam von Eugenius Kaniusas (TU Wien), der mehrfach in der Diskussion meinte, dass das vergleichen von Zahlen (Puls- und Blutwerte, Schrittanzahl, oder Indexwerte für Fitness, etc.) zwar eine nette “Spielerei” für den Endverbraucher sei, aber am Ende doch wenig inhaltlichen Mehrwert böte, weil ja Sinn und Konsequenz der Werte und ihrer Veränderung dem medizinisch Fachfremden verborgen blieben. Wirklich Nutzen entstünde erst durch eine alltagstaugliche Übersetzung der gesammelten Information. Plattformen müssten geschaffen werden, die für gesammelte Daten geeignete kontextuelle Interpretation und Übersetzung anböten.

In Anbetracht der großen Anzahl an Menschen, die mit medizinischen Befunden schon so ihre Schwierigkeiten haben, vielleicht in der Tat eine erste verfolgenswerte, über Versicherungs- und Diagnose-Modelle hinausgehende Idee für innovatives Geschäft im Zusammenhang mit Health-Gadgets …

 

Update:

  • Link zur Presseaussendung
  • Link zur Fotogalerie

 

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IT Bildung fürs Digitale Zeitalter

Und wieder eine “Jammer”meldung (nein, nicht Yammer, das Microsoft Enterprise Social Network ;)):

41.000 IT Experten fehlen

meldet BITKOM e.V. in einer Aussendung vom 11.11.2014! Und konkludiert nach der Diskussion der durchaus repräsentativen Analyseergebnisse (1.500 Unternehmen wurden befragt), dass es dringend eines “Pflichtfachs Informatik in der Sekundarstufe I” bedürfe.

Die Deutsche Sekundarstufe I entspricht der Österreichischen “Unterstufe” (also z.B. Hauptschule oder Gymnasium, Klasse 1 – 4, oder 5. bis 8. Schulstufe). Das ist aber hier überhaupt nicht das Thema, denn der Ansatz und die Forderung ist sowieso grundlegend falsch (egal für welche Schulstufe) und geht vollkommen an dem vorbei, was in einem Bildungssystem für das “Lernen” von IT nötig wäre!

IT wird in kürzester Zukunft integraler Bestandteil aller Wirtschaftszweige sein. In einem eigens dafür geschaffenen Schulunterrichtsgegenstand – in einer eigenen Lerneinheit – disjunkt von allem anderen Lernen durch Lehrkräfte, die die Ausbildung dazu nie bekommen haben, “Computer-Gebrauch” unterrichten zu lassen, ist so sinnentleert wie auf Grund von Lehrermangel einen Geographiker Physik unterrichten zu lassen (ja, auch das kommt – zumindest im österreichischen Schulsystem – tatsächlich vor, insofern überrascht mich die Forderung nicht wirklich; sie ärgert mich bloß).

Die einzige wirklich zielführende Maßnahme ist das integrierte Benutzen von Computern im Unterricht.

  • Ob eine Schülerin ihr Heft oder ihr Notebook zum Mitschreiben benutzt, muss egal sein.
  • Ob ein Schüler das Tafelbild abmalt oder mit dem Tablet fotografiert, ist völlig einerlei.
  • Ob eine Schülerin ein Wörterbuch oder linguee.com am Mobiltelefon zum Nachschlagen verwendet, darf keinen Unterschied machen.
  • Die Nutzung von Mobilgeräten im Unterricht muss explizit erlaubt sein (verbieten kann die Schule ja gerne die Nutzung bestimmter Apps, wenn sie es nicht schafft, den SchülerInnen den richtigen – den zielführenden – Umgang mit dem Gerät zu vermitteln)

So lange unser Schulsystem “Informatik” als Unterrichtsgegenstand begreift, anstatt IT als integralen Bestandteil des Lebens, bildet es unserer Schüler eindimensional, allenfalls parallel in verschiedenen, voneinander getrennten Disziplinen aus. Die Realität ereilt die Ausgebildeten dann, wenn die erste Jobausschreibung mit der Forderung nach IT-Kenntnissen überrascht – und viele (wenn nicht alle) Jobausschreibungen werden das in Zukunft! Aufgabe jedes IT-Unternehmens, -Vereins oder -Netzwerkes ist es daher, Informatikunterricht abzulehnen und die echte Integration der IT in das Ausbildungssystem zu betreiben!

 

Das Feature Bild entstammt dem – grundsätzlich erfreulichen – Focus.DE Artikel: “Tablet-Computer sollen Unterricht verbessern

 

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Digitalisierung kostet! Jobs oder Skills?

Gerade eben gelesen: “Ausbau des Online-Bankings kostet bei ING 1.700 Stellen“. Wirklich? frage ich.

Ja, natürlich – und darüber soll mein Beitrag hier keineswegs hinwegtäuschen – ist es dramatisch, wenn ein Unternehmen 1.700 MitarbeiterInnen freisetzen muss (oder möchte?). Natürlich erwarte ich – so ist nun einmal mein persönlicher Zugang nach 5 durchlebten Siemens-Sozialplänen in Management-Position – von einem solchen Unternehmen geeignete Auffangmaßnahmen in Zusammenarbeit mit den jeweiligen nationalen sozialen Organisationen (Sozialversicherung, Arbeitsmarktservice, etc.).

Aber dürfen wir wirklich der Digitalisierung den schwarzen Peter für diese Arbeitsplatzverluste zuschieben? Dürfen wir sagen, dass die Digitalisierung daran schuld ist, dass Menschen nicht mehr das tun können, was sie vielleicht über Jahre (vielleicht aber auch nur über ein paar Monate) getan haben?

Ich glaube, dass dies ein radikal falscher Zugang zur Frage der kommenden Veränderungen in der IT ist! Durch die in den nächsten Jahren kommende Durchdringung nahezu aller Geschäfts- und Lebensbereiche mit digitalen Hilfsmitteln (Stichwort: Internet of Things), durch das Einzug-Halten von Software in Themenbereiche und Geschäftsarten, die heute vielleicht noch nicht einmal irgend etwas mit Software zu tun haben, werden völlig neue Jobs – völlig neue Arten von Arbeit – geschaffen werden.

Digitalisierung kostet nicht Jobs. Digitalisierung kostet Fähigkeiten. Manch Fähigkeit, die heute vielleicht noch ein Alleinstellungsmerkmal für eine/n ArbeitnehmerIn ist, kann morgen schon eine sein, die von einem Ding, einem Software-Service oder einer neuen Daten-Plattform erledigt wird. Das heißt jedoch nichts anderes, als dass jede und jeder in welcher Wirtschaftssparte auch immer Berufstätige sich heute bereits überlegen kann (darf, muss?), wie sich die persönlichen Fähigkeiten so weiterentwickeln lassen, dass auch in einer durch Digitalisierung veränderten Branche die eigene Arbeitskraft noch benötigt wird.

Und es läge in der Verantwortung der Unternehmen, nicht nur die Transformation des eigenen Produktes oder Unternehmens auf Grund der fortschreitenden Digitalisierung zu managen, sondern auch und im besonderen Veränderungsmanagement für die eigenen MitarbeiterInnen aktiv anzugehen!

 

{header image (C) Getty Images, trend.at}

 

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